Ausstellung in Weimar zeigt Bilder geflüchteter Kinder

Bojan und Boban vor einigen Bildern der Ausstellung.
Bojan und Boban vor einigen Bildern der Ausstellung.
Foto: Ann-Sophie Bohm-Eisenbrandt

Die Bilder der Ausstellung „Herzbilder“ im Frauenzentrum Weimar wurden von geflüchteten Kindern gemalt und sind Ergebnisse eines wöchentlichen Malkurses. Das Motiv des Herzes haben die Kinder dabei selbst immer wieder aufgegriffen.

Fast unbemerkt, in der Tat nebenbei, entstanden die Zeichnungen der Ausstellung "Herzbilder". „Die Kinder aus dem Malkurs hatten die Neigung, immer, wenn ich ihnen den Rücken zu drehte und ihnen keine genaue Aufgabenstellung gab, Herzen zu malen“, sagt Kursleiterin Katja Weber. In keinem anderen ihrer Kurse sei ihr das so stark aufgefallen.

Ablenkung vom Heimalltag

Der Kurs, das ist ein Malkurs für geflüchtete Kinder an der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Vor allem Kinder, die in Flüchtlingsheimen leben, kommen hierher, die meisten aus dem Balkan. Die meisten von ihnen bleiben nicht lange in Deutschland. Immer mehr Kinder kommen mittlerweile auch aus dem Nahen Osten. Es sind jedoch weniger Bilder zur Bewältigung von Traumata wie der Flucht oder Gewalt, die entstehen. Vielmehr malen die Kinder, um sich abzulenken, um Spaß zu haben und um Schönes zu schaffen, so Weber.

Auf der Suche nach Schönheit

Bei der Eröffnung sind auch Boban und Bojan aus Serbien anwesend, auch sie haben Bilder beigesteuert. Auf die Frage, warum sie so gerne Herzen malen, sagen sie „Herzen sehen schön aus.“ Und in der Tat scheint es dieses Bedürfnis nach Harmonie zu sein, dass die kleinen Künstler antreibt. Dabei beeindruckt die Unschuld und gleichzeitig Strahlkraft der Bilder. Sie alle sind ausdrucksstark, echt, bunt, mit den verschiedensten Techniken gemalt.

Herz statt Hetze

Ein Bild hat Katja Weber bereits Anfang letzten Jahres herausgegriffen, es ist das „Herzbildherz“. Es ist zu einem Symbol gegen Fremdenhass und für Friedlichkeit geworden. Seitdem tourt das Bild durch die verschiedensten Institutionen, momentan hängt es in der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena.

Die Sehnsucht nach Harmonie geht weiter

Es lässt sich jedoch nicht immer genau feststellen, welches Bild von welchem Kind ist, oft tauchen die Bilder erst beim Aufräumen auf. Als seien diese herzlichen, einfach nur schönen Bilder etwas Verbotenes. Leider müssen vermutlich auch Boban und Bojan Deutschland bald wieder verlassen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die beiden auf ihrer nächsten Station endlich die Schönheit und Harmonie finden, die sie vielleicht suchen.

Die Ausstellung wird noch bis zum 25. November in der „Galerie Johanna“ des Frauenzentrums Weimar in der Schopenhauer Straße 21 gezeigt. Geöffnet ist die Ausstellung von montags bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr und freitags bis 14 Uhr. Weitere Infos gibt es hier: http://herzbildherz.jimdo.com.