Höcke muss Buchenwald verlassen: Gedenkstätte verweigert Zutritt

Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald fand am Freitag ohne Björn Höcke statt.
Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald fand am Freitag ohne Björn Höcke statt.
Foto: Jan-Henrik Wiebe
  • Björn Höcke nicht zu Gedenkveranstaltung in Buchenwald gelassen
  • Gedenkstätte macht von Hausrecht Gebrauch
  • AfD-Vorsitzender steigt wieder ins Auto

Die Verantwortlichen der Gedenkstätte haben ihren Worten Taten folgen lassen: Am frühen Freitagnachmittag ist Björn Höcke der Einlass zum ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald verwehrt worden. Die Leitung der Gedenkstätte machte von ihrem Hausrecht Gebrauch: Höcke wurde von einem Mitarbeiter bei der Zufahrt zur Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus gestoppt. Er händigte ihm das schriftliche Verbot aus.

Das Gedenken im ehemaligen KZ Buchenwald in Bildern:

Weimars Polizeipräsident Ralf Kirsten zum Höcke-Besuch in Buchenwald

Thüringer AfD-Chef Höcke darf nicht am Gedenken in Buchenwald teilnehmen
Thüringer AfD-Chef Höcke darf nicht am Gedenken in Buchenwald teilnehmen

Polizei steht bereit

Höcke akzeptierte die Entscheidung schließlich und stieg wieder in sein Auto. Nach Angaben des Gedenkstättenmitarbeiters kritisierte der Thüringer AfD-Vorsitzende, dass ein Tag, der dem Gedenken gewidmet sei, zur politischen Auseinandersetzung um seine Person missbraucht werde.

Mitarbeiter der Gedenkstätte waren an mehreren Zufahrten postiert. Polizeibeamte standen in Bereitschaft, falls Höcke dem Hausverbot nicht gefolgt wäre.

Höcke schon im Landtag ausgeschlossen

Ursprünglich wollte der AfD-Landesparteichef an einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus teilnehmen und - wie er selbst sagte - seiner „Trauer um die Ermordung der deutschen und europäischen Juden Ausdruck verleihen“. Bereits am Vormittag wurde der Rechtspopulist von der Gedenkstunde im Landtag in Erfurt ausgeschlossen.

Gedenkstätte: „Teilnahme von Herrn Höcke nicht akzeptabel“

Zuvor wurde öffentlich verkündet:„Nach seiner Rede in Dresden ist eine Teilnahme von Herrn Höcke an der Kranzniederlegung im ehemaligen KZ Buchenwald nicht akzeptabel“, so der stellvertretende Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Rikola-Gunnar Lüttgenau, am Donnerstag. Ort und Zeitpunkt seien zentrale Bestandteile eines öffentlichen Erinnerns, das Björn Höcke am 17. Januar in Dresden diffamiert habe.

Umfrage: Verbreitet Höcke Nazi-Ideologien?

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