"Ablauf wie geprobt" - Video überführt Höcke bei Selbstinszenierung in Buchenwald

Einen Kranz niederzulegen wurde der AfD gestattet.
Einen Kranz niederzulegen wurde der AfD gestattet.
Foto: Jan-Henrik Wiebe
  • Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gibt in Buchenwald dreiste Selbstinszenierung in Video zu
  • Fraktionskollegen dürfen an Gedenkveranstaltung teilnehmen

Offenbar war der Auftritt des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke in Buchenwald zum Holocaust-Gedenktag eine geprobte Inszenierung. Ein Video, das die Zeitung "Die Welt" veröffentlicht hat, zeigt, wie Höcke sagt: "Olaf (Anmerkung der Redaktion: AfD-Abgeordneter Kießling) komm' mal hier rechts neben mich. Ablauf wie geprobt." Damit verrät der AfD-Mann, dass er den Tag des Gedenkens an den Holocaust für eine dreiste Selbstinszenierung nutzte.

Video: "Ablauf wie geprobt" - Höcke verplappert sich und gibt Selbstinszenierung zu

Der Besuch dauerte nur wenige Minuten. Trotz eines von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora ausgesprochenen Hausverbotes kam der AfD-Politiker nach Buchenwald. Nach einem kurzen Statement verließ der Politiker wieder das Gelände der Gedenkstätte.

Die Thüringer AfD-Abgeordneten Olaf Kießling und Corinna Herold nahmen an der Gedenkveranstaltung auf dem Appellplatz des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald teil. Einen Kranz durfte die AfD-Fraktion ebenfalls niederlegen.

Die Leitung der Gedenkstätte hatte Höcke am Donnerstag mitgeteilt, dass er nicht erwünscht sei bei der Gedenkveranstaltung in Buchenwald. Anlass für das Hausverbot war eine umstrittene Rede in Dresden, bei der der 44-Jährige eine 180-Grad-Wende der Gedenkpolitik forderte. Bereits am Freitagvormittag wurde Höcke von der Gedenkstunde im Thüringer Landtag ausgeschlossen.

Video: Weimars Polizeichef über Höckes Abgang in Buchenwald

Thüringer AfD-Chef Höcke darf nicht am Gedenken in Buchenwald teilnehmen

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