Toter 18-Jähriger in Weimar: Verdächtiger kommt in Psychiatrie

Der Tatverdächtige kommt in die Psychiatrie.
Der Tatverdächtige kommt in die Psychiatrie.
Foto: Candy Welz/Arifoto Ug/dpa
  • 23-Jähriger soll 18-Jährigen in Weimar erstochen haben
  • Amtsgericht erlässt Haftbefehl gegen Tatverdächtigen
  • 23-Jähriger wird in Psychiatrie eingewiesen

Der Tatverdächtige, der am Dienstagabend einen 18-Jährigen in Weimar erstochen haben soll, kommt nicht auf freien Fuß. Das Amtsgericht hat Donnerstagmittag einen Haftbefehl gegen ihn erlassen, teilte Staatsanwalt Hannes Grünseisen Thüringen24 mit. Der 23-Jährige soll aber nicht in ein Gefängnis kommen, sondern in einer Psychiatrie untergebracht werden. „Das Kurzgutachten eines Psychiaters hat ergeben, dass der Mann zum Tatzeitpunkt nicht oder zumindest nur vermindert schuldfähig war“, erklärte der Staatsanwalt.

Bildergalerie: Spezialisten untersuchen den Tatort in Weimar-West

In der Psychiatrie bleibt der junge Mann bis entweder der Tatverdacht nicht mehr besteht oder der Gerichtsprozess beendet ist. Ob der 23-Jährige bei einer Verurteilung in der Psychiatrie bleibt, ist noch unklar. „Das entscheidet dann aber das Gericht“, sagte der Staatsanwalt.

Ermittlungen laufen noch

Wann der Prozess beginnt, ist noch unklar. Die Ermittlungen werden noch etwa acht Wochen dauern, so die Schätzung von Grünseisen ein. Dann werde Anklage wegen Totschlags erhoben. Wann der Prozess startet, entscheidet im Anschluss das Gericht.

Lebensgefährtin nicht in Haft

Auch gegen seine 30-jährige Lebensgefährtin aus Weimar wird weiter wegen Beihilfe ermittelt. Gegen sie wurde kein Haftantrag gestellt, da keine Fluchtgefahr bestehe. Sie kommt demnach wieder auf freiem Fuß.

Zeugen gesucht

Die Polizei sucht unterdessen im Rahmen ihrer Ermittlungen nach Zeugen, die die tödliche Auseinandersetzung der beiden jungen Männer beobachtet haben.