Krawalle in Apolda werden Polizei noch Monate beschäftigen

Bei einer spontanen Demonstration ist es in Apolda am Montag (01.05.2017) zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Etwa 100 Personen wurden festgenommen. Sie wurden zunächst mit Kabelbindern gefesselt und auf den Boden gelegt. Danach wurden sie  einzeln auf das Revier gebracht.
Bei einer spontanen Demonstration ist es in Apolda am Montag (01.05.2017) zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Etwa 100 Personen wurden festgenommen. Sie wurden zunächst mit Kabelbindern gefesselt und auf den Boden gelegt. Danach wurden sie einzeln auf das Revier gebracht.
Foto: Stefan Eberhardt
  • Krawalle am 1. Mai in Apolda - Polizei beginnt Ermittlungen
  • Beamte erwarten langwieriges Verfahren

Nach den Ausschreitungen von Anhängern der rechten Szene in Apolda stellt sich die Polizei auf langwierige Ermittlungen ein. Es könne Monate dauern, bis alle Anzeigen abgearbeitet seien, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag auf Anfrage. 103 Menschen waren am Montag vorläufig festgenommen worden. Deren Personalien wurden aufgenommen und sie im Anschluss wieder auf freien Fuß gesetzt.

Neonazi Michael Fischer in Apolda dabei

Unter den Angreifern soll sich auch der bekannte Thüringer Neonazi Michael Fischer befunden haben. Neben Rechtsextremen aus dem Freistaat waren auch einige aus angrenzenden Bundesländern wie Bayern oder Hessen beteiligt.

Fotos von der Festnahme in Apolda:

Es werde wegen Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizisten und Sachbeschädigungen ermittelt, sagte die Sprecherin. Verletzt wurde niemand. Drei Streifenwagen wurden beschädigt. Außerdem ging die Scheibe eines Versicherungsunternehmens zu Bruch.

Bis zu 150 Beteiligte in Apolda

Die Polizei schätzt, dass die Gruppe aus bis zu 150 Menschen bestand. Sie waren auf der Rückreise aus dem sachsen-anhaltischen Halle, wo eine Demonstration der Partei „Die Rechte“ blockiert und schließlich abgesagt worden war. In Apolda stiegen sie aus dem Zug und gingen teils vermummt in die Innenstadt. Dort kam es zu Zusammenstößen mit Polizisten. Laut Polizei wurden Beamte mit Steinen und Flaschen angegriffen. Außerdem sei massiv Feuerwerk gezündet worden.

In der Vergangenheit war es bei Maikundgebungen immer wieder zu Zwischenfällen gekommen. Vor zwei Jahren stürmten Neonazis eine DGB-Kundgebung in Weimar. Bei der zentralen Veranstaltung in diesem Jahr in Gera blieb die Situation vergleichsweise ruhig.

Maikundgebung und Demos in Gera - die Fotos: