Diese Parteien solltest du wählen, wenn du wenig Steuern zahlen möchtest

Welches Wahlprogramm könnte dir steuerliche Vorteile bringen? (Symbolbild)
Welches Wahlprogramm könnte dir steuerliche Vorteile bringen? (Symbolbild)
Foto: Andreas Gebert / dpa
  • Das Wahlprogramm welcher Partei bringt dir steuerliche Vorteile?
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  • Hier kannst du erfahren, welche Steuerpläne die Parteien haben – und wie sie sich auf dein Einkommen auswirken

Es ist ein wichtiges Thema im Bundestagswahlkampf: die Steuerpolitik. Doch welche Partei würde dir mit deinem Einkommen steuerliche Vorteile bringen? Um den Überblick nicht zu verlieren, kannst du hier nachlesen, welche Partei du wählen kannst, wenn du wenig Steuern zahlen möchtest.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat gemeinsam mit dem Ifo-Institut einen Steuerrechner entworfen, mit dem sichtbar wird, welche Partei welche Einkommen wie besteuern will. Hierbei wurden die Wahlprogramme der unterschiedlichen Parteien auf die durchschnittliche Einkommensverteilung in Deutschland übertragen.

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CDU: Mittlere Einkommen entlasten

Dabei zeigte sich, dass die CDU/CSU mittlere sowie höhere Einkommen entlasten möchte. Der derzeitigen Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll laut „SWR“ künftig erst ab einem Einkommen von 60.000 Euro statt wie bisher 54.000 Euro gelten. Zudem plant die CDU, den Grenzsteuersatz von 24 auf 20 Prozent zu verringern.

Den Steuerplänen der CDU zufolge spart ein Single mit einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro künftig rund 358 Euro an Steuern. Demgegenüber spart ein Single mit 60.000 Euro jährlichem Einkommen 1637 Euro Steuern.

SPD: Höhere Einkommen stärker belasten

Die SPD möchte höhere Einkommen stärker belasten. Zwar schlagen die Sozialdemokraten ebenfalls vor, den Spitzensteuersatz erst ab 60.000 Euro einzuführen. Doch im Gegensatz zur Union will die SPD zwischen Einkommen von 60.000 und 76.200 Euro eine neue Progressionszone einführen, in welcher der Steuersatz auf 45 Prozent steigen soll. Die Reichensteuer soll zudem auf 48 Prozent erhöht werden.

Vergleicht man die Steuerpläne der SPD mit der aktuellen Steuerpolitik, würde ein Single mit einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro künftig nur neun Euro an Steuern einsparen. Ein Single mit 60.000 Euro jährlichem Einkommen spart 557 Euro Steuern. Teurer wird es für Gutverdiener: Ab 86.000 Euro müssen sie mehr Steuern zahlen, ein Single mit jährlich 100.000 Euro muss 450 Euro mehr abgeben.

Grüne: Vermögenssteuer für Superreiche

Bündnis90/Grüne planen laut „MDR“ vor allem Vermögende zur Kasse zu bitten. Daher fordern sie eine umsetzbare Vermögenssteuer für Superreiche. Kleine Einkommen sollen entlastet werden, indem der Grundfreibetrag erhöht wird. Ab 61.700 Euro Jahreseinkommen sollen der „Welt“ zufolge mehr Steuern gezahlt werden und ab 100.000 Euro wird der Spitzensteuersatz fällig.

Ein Single-Haushalt mit 20.000 Euro zahlt nach dem Grünen-Modell 400 Euro weniger Steuern. Ein Single-Haushalt mit 60.000 Euro zahlt ebenfalls 400 Euro weniger Steuern.

Die Linke: Grundfreibetrag erhöhen, Reichensteuer einführen

Die Linke verfolgt die Agenda, mittlere Einkommen zu entlasten und hohe zu belasten. Der Grundfreibetrag soll auf ein monatliches Einkommen von 1050 Euro angehoben werden. Durch eine Reichensteuer fallen oberhalb von 260.000 Euro Jahreseinkommen 60 Prozent Einkommenssteuer an, oberhalb einer Million Euro sogar 75 Prozent.

Ein Single-Haushalt mit 20.000 Euro kann, wenn es nach den Linken geht, jährlich 1191 Euro an Steuern einsparen. Bei einem jährlichen Einkommen von 60.000 Euro sollen 1622 Euro gespart werden.

FDP: Unter 50 Prozent Steuern für Vermögende

Die FDP ist im Wahlkampf für ihre Versprechen bekannt, Steuern zu senken. Um 30 Milliarden Euro will sie die Bürger entlasten, indem sie den Mittelstandsbauch abflacht. Der Steuersatz für niedrige und mittlere Einkommen soll sinken. Doch auch die großen Einkommen will die FDP entlasten: Der Spitzensteuersatz gilt erst ab einem Einkommen von 59.057 Euro – und kein Vermögender soll der FDP zufolge mehr als 50 Prozent Steuern zahlen.

Ein Single-Haushalt mit 20.000 Euro spart bei der FDP 351 Euro Steuern. Haushalte mit 60.000 Euro sparen sogar 1214 Euro im Jahr.

AfD: Belastungen nicht ausweiten

Die AfD hält ihre Steuerversprechen laut „FAZ“ im Gegensatz zu den anderen Parteien vage. So lassen sich in ihrem Wahlprogramm keine verwertbaren Daten für Berechnungen finden. Sie verspricht lediglich, Steuerbelastungen nicht auszuweiten. Kleine und mittlere Einkommen will die AfD durch Anhebung des Grundfreibetrags entlasten, Vermögende durch Abschaffung der Erbschaftssteuer.

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In Weimar entdeckte ein aufmerksamer Fußgänger einen versteckten Hanfgarten.
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Foto: imago/JOKER
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