Landesgartenschau vorm Finale: Profitiert Apolda langfristig von der Schau?

Landesgartenschau in Apolda: Blick auf einige Schaugärten aus der Luft. (Archivfoto)
Landesgartenschau in Apolda: Blick auf einige Schaugärten aus der Luft. (Archivfoto)
Foto: Martin Schutt / dpa
  • Landesgartenschauen haben sich zu wichtigen Infrastrukturprojekten entwickelt
  • Gastgeberorte wollen auch nach Schließung der Schauen davon profitieren können
  • Darauf hofft auch Apolda, wo die 4. Thüringer Landesgartenschau am Sonntag endet.

Für die 4. Thüringer Landesgartenschau in Apolda läuft die Zeit ab. Nach 149 Ausstellungstagen geht die bislang von mehr als 300.000 Menschen besuchte Schau am Sonntag zu Ende. Die Veranstalter hoffen am Abschlusswochenende nochmals auf einen großen Besucherstrom.

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Was ist für die Landesgartenschau in Apolda entstanden?

Die Herressener Promenade - ein historischer Landschaftspark - wurde für das Großereignis saniert und mit Tausenden Blumenzwiebeln, Stauden, Sträuchern und Bäumen neu bepflanzt. Völlig neu ist der Paulinenpark in der Innenstadt mit Terrassengarten, Spazierwegen, Apfelbäumen und einem Spielplatz. Genutzt wurde dafür eine seit den 1990er Jahren entstandene Gewerbebrache neben dem Glockenmuseum. Mit Millionenaufwand wurden außerdem die städtische Infrastruktur auf Vordermann gebracht, Straßenzüge und Plätze aufgehübscht, eine neue Sporthalle errichtet.

Was geschieht jetzt mit den Ausstellungsflächen?

Sowohl Herressener Promenade als auch Paulinenpark können als öffentliche Parkanlagen weiter genutzt werden. Nicht alles, was dort für das Großereignis errichtet wurde, bleibt allerdings erhalten, sagt Sören Rost, Geschäftsführer der Landesgartenschau Apolda GmbH. Das gilt unter anderem für die 14 Schaugärten, die Blumenhalle, die Festbühne und den Klimapavillon in der Promenade.

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Apolda hofft auf einen Langzeiteffekt für die Stadtentwicklung durch die Landesgartenschau. Welche Erfahrungen haben frühere Ausrichterstädte damit gemacht?

Schmalkalden, Gastgeberstadt von 2015, profitiert bis heute, sagt Bürgermeister Thomas Kaminski (SPD). Der Terrassengarten am Schloss und drei weitere auf Industriebrachen entstandene Parks sind heute beliebte Ziele zum Flanieren und Bummeln. Die Übernachtungszahlen seien 2016 sogar höher ausgefallen als im eigentlichen Gartenschau-Jahr. Auch die Gastronomen profitierten weiterhin - woran auch das Reformationsjubiläum Anteil habe. Schmalkalden ist einer der Ausstellungsorte.

Welche Erfahrungen haben Nordhausen - Gastgeber von 2004 - und Pößneck (2000) gemacht?

In Nordhausen schloss die Landesgartenschau in der Innenstadt eine Wunde aus dem Zweiten Weltkrieg, auf einer Trümmerschuttfläche entstand hier ein knapp 12 Hektar großer Stadtpark, der Petersberg. Auch in Nordhausen wurde unter anderem der Bahnhofsvorplatz als zentraler Umstiegspunkt neu gestaltet, sagt Inge Klaan, die 2004 die Gartenschau managte. Dass die Zahl der Zuzügler seit einigen Jahren die der Wegzüge übertreffe und sich die Einwohnerzahlen stabilisierten, sei auch ein Effekt der Landesgartenschau.

Auch der Bürgermeister von Pößneck, Michael Modde (parteilos), spricht von einem wichtigen Impuls für die Stadt. Zwei neu entstandene Parks können heute in der ostthüringischen Kleinstadt noch genutzt werden, eine ehemalige Industriehalle wurde saniert und dient heute als Veranstaltungszentrum. Ehemalige Hochbeete im Lutschgenpark sind in eine Skateranlage umgewandelt worden, in den einstigen Themengärten können die Einwohner heute Fuß- oder Beachvolleyball spielen.

Wer wird die 5. Thüringer Landesgartenschau 2024 ausrichten?

Das steht noch nicht fest. Beworben haben sich Leinefelde-Worbis, Mühlhausen, Altenburg und das Städtedreieck Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg.

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Bei den Kavalleriemeisterschaften in Crawinkel messen sich die Reiter in historischen Kostümen in verschiedenen Reitdisziplinen, darunter dem Reiten mit Lanze und Säbel.
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Foto: Martin Schutt

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