Bluttat in Weimar: Diese Strafe fordert der Staatsanwalt für das Dealer-Duo

Weil sie einen 18-Jährigen wegen 240 Euro Schulden getötet haben sollen, müssen sich zwei Dealer aus Weimar vor dem Landgericht Erfurt verantworten.
Weil sie einen 18-Jährigen wegen 240 Euro Schulden getötet haben sollen, müssen sich zwei Dealer aus Weimar vor dem Landgericht Erfurt verantworten.
Foto: Vesselin Georgiev
Wegen 240 Euro Drogen-Schulden musste ein Mann in Weimar sterben. Einer der beiden Angeklagten soll ihm ein Klappmesser in den Hals gerammt haben. Das Opfer starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

Im Totschlagsprozess gegen zwei mutmaßliche Drogendealer hat der Staatsanwalt überraschend für den 24 Jahre alten Hauptangeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Er plädierte am Mittwoch vor dem Landgericht Erfurt auf Mord sowie Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung, wie ein Gerichtssprecher sagte. Die mitangeklagte 30-Jährige hingegen ist nach seiner Auffassung freizusprechen. Angeklagt war das Duo wegen Totschlags.

Opfer wurde Halsschlagader durchtrennt

Der 24-Jährige soll das Opfer im März in Weimar wegen 240 Euro Drogen-Schulden mit einem Klappmesser getötet haben. Dabei wurden Halsschlagader und Halssehne durchtrennt. Kurze Zeit später brach der Mann in einem nahegelegenen Getränkemarkt zusammen und starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

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Staatanwaltschaft fordert mindestens zwölf Jahre

Für den Fall, dass das Gericht die Tat als Totschlag wertet, beantragte der Staatsanwalt, den Mann zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwölf Jahren zu verurteilen. Die Frau soll in diesem Fall nach seinem Plädoyer wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung mit Todesfolge zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt werden, hieß es. Das Gericht will am 11. Januar voraussichtlich das Urteil sprechen.

Zweiter Verteidiger plädiert für Freispruch im Fall der räuberischen Erpressung

Während sich ein Verteidiger in seinem Plädoyers sowohl dem Haupt- als auch dem Hilfsantrag der Staatsanwaltschaft anschloss, plädierte der zweite Verteidiger für eine vierjährige Freiheitsstrafe. Seiner Auffassung nach soll der 24-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, jedoch vom Vorwurf der räuberischen Erpressung freigesprochen werden. Einer der beiden Nebenkläger schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltes an, der andere stellte keinen konkreten Antrag.