Nächstes Thüringer Dorf wird Rechtsrock-Bühne

Nach Themar kommt Mattstedt - Rechtsextreme haben für August ein weiteres Dorf in Thüringen für ein Festival auserkoren. (Archivbild)
Nach Themar kommt Mattstedt - Rechtsextreme haben für August ein weiteres Dorf in Thüringen für ein Festival auserkoren. (Archivbild)
Foto: Imago/epd
  • Rechtsrock-Konzert im Weimarer Land angemeldet
  • Thüringer Landesregierung hat sich noch nicht klar zum rechtsextremen Festival positioniert

Nach dem jüngsten Rechtsrock-Konzert in Themar mit mehr als 2000 Besuchern haben Rechtsextreme ein weiteres Festival in Thüringen angekündigt. Es gebe eine entsprechende Anmeldung für Ende August in Mattstedt im Kreis Weimarer Land, sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) am Freitag in Bad Salzungen.

Landesregierung debattiert über Umgang mit Rechtsrock

Es habe deswegen bereits erste Gespräche zwischen dem Innenministerium und dem Landkreis gegeben. Er werde das Konzert in der nächsten Woche auch während einer Sitzung des Kabinetts der Landesregierung ansprechen. Dort solle darüber beraten werden, wie der Freistaat mit dem geplanten Konzert umgehen wolle, sagte Maier.

Themar wiederholt Bühne von Rechtsrock

In Themar hatten sich Anfang Juni bis zu etwa 2200 Rechtsextreme aus ganz Deutschland und Europa zu einem zweitägigen Rechtsrock-Festival auf einer Wiese am Rand der 2800-Einwohner-Stadt in Südthüringen versammelt. Im Vorjahr gab es dort ein ähnliches Konzert mit 6000 Besuchern. Nach Polizeiangaben hatten bis zu etwa 300 Menschen dagegen protestiert.

Mattstedt: 500-Seelen-Dorf im Weimarer Land

Mattstedt liegt in Mittelthüringen, wenige Autominuten nördlich von Apolda. In der Gemeinde hatte es im Januar 2016 einen Anschlag auf den dortigen Ortschaftsbürgermeister gegeben - mutmaßlich, weil er sich für Flüchtlinge eingesetzt hatte.

Mehrere tausend Rechtsextreme in Mattstedt erwartet

Die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss sagte, sie gehe aber nicht davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Anschlag und der Anmeldung des Konzerts gibt. Vielmehr sei der Ort verkehrsgünstig gelegen, was ihn für rechte Veranstalter interessant mache. Zudem gebe es dort eine ausreichend große Fläche für ein riesiges Konzert. „Ich rechne mit mehreren tausend rechtsextremen Besuchern“, sagte sie. König gilt als Kennerin der rechten Szene in Deutschland und Europa.

Politik rechnet mit Protesten aus Weimar und Jena

Gleichzeitig zeigten sich sowohl Maier als auch König-Preuss überzeugt, dass in Mattstedt mehr Menschen als zuletzt in Themar gegen das Konzert auf die Straße gehen würden, sollte es tatsächlich stattfinden. Die Nähe des Ortes zu Weimar und Jena erleichtere Proteste, sagten König-Preuss.