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Anhaltende Hitze und Dürre: Flüsse in Thüringen vom Austrocknen bedroht

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Die Ilm bei Kranichfeld ist stellenweise ausgetrocknet. Nur vereinzelt stehen noch kleine Wasserpfützen. Foto: TLUG
  • Anhaltende Dürre in Thüringen könnte Gewässer austrocknen
  • Mehrere Flüsse sind bereits wegen Hitze auf Niedrigstand
  • Gefahr auch für Pflanzen und Tiere?

Mehrere Gewässer in Thüringen drohen nach Einschätzung eines Experten durch die anhaltende Dürre auszutrocknen. „In Nordthüringen gibt es das schon, jedoch noch nicht an den Messstellen“, sagte Ralf Haupt von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie der Deutschen Presse-Agentur.

Ilm und Zorge stellenweise vom Austrocknen bedroht

Kritisch sei die Situation unter anderem an den Flüssen Ilm bei Kranichfeld (Weimarer Land) sowie an der Zorge im Landkreis Nordhausen, die bei anhaltender Hitze ohne Niederschläge auszutrocknen drohen. „Meist kann die Natur damit aber gut umgehen. Die Tiere ziehen sich in andere Bereiche zurück und besiedeln das Gewässer später wieder“, sagte Haupt.

Karte zur Bodenfeuchte Ende Juni 2018:

Flüsse verlaufen teilweise noch unterirdisch weiter

Teils komme es in Thüringen auch zum Versinken von Gewässern. „Das ist ein geologisches Phänomen. An der Oberfläche sieht es trocken aus, aber im Untergrund fließt noch Wasser“, sagte Haupt.

Außergewöhnliche Dürre im Freistaat

Probleme mit der Wasserqualität gebe es in Thüringer Gewässern bislang noch nicht. Haupt bezeichnet die außergewöhnlich lang anhaltende Trockenheit als Ausnahmephänomen. „Wir hatten 2003 eine vergleichbare Situation in Bezug auf die hohen Temperaturen“, sagte Haupt. Allerdings sei die Dauer der Dürre ungewöhnlich. „Das geht nun schon seit April so.“

Talsperren verhindern großflächig Austrocknen von Flüssen

Im Falle eines Austrocknens etwa von Flüssen, rechnet der Hydrologe aber nicht mit einer Kettenreaktion. Viele Gewässer in Thüringen seien durch Grundwasserspeicher relativ ausbalanciert, etliche erhalten Wasser durch Zuflüsse aus den Talsperren.