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Buchenwald-Mahnmal 60 Jahre nach der Einweihung neu saniert

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Die Plastik der Buchenwald-Häftlinge von Fritz Cremer (1906-1993) ist vor dem Glockenturm zu sehen. 60 Jahre nach der Einweihung des Buchenwald-Mahnmals unweit des ehemaligen NS-Konzentrationslagers bei Weimar sind die Sicherungsarbeiten an der Anlage abgeschlossen. Seit 2010 sind nach Angaben der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora rund 2,7 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln in den Erhalt der Bausubstanz geflossen. Das Mahnmal ist laut Stiftung das größte zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen in Europa. Es war am 14. September 1958 eingeweiht worden. Foto: Martin Schutt/dpa
Wie ein mahnender Finger ragt der Glockenturm des Buchenwald-Mahnmals weithin sichtbar in die Landschaft bei Weimar. Der vor 60 Jahren eingeweihte Komplex ist das größte Denkmal zur Erinnerung an die NS-Verbrechen in Europa.

Vor genau 60 Jahren ist das eindrucksvolle Buchenwald-Mahnmal eingeweiht worden – und nun zum Jahrestag ist es frisch saniert. In die Arbeiten am Gelände auf dem Ettersberg bei Weimar flossen nach Angaben der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in den zurückliegenden acht Jahren rund 2,7 Millionen Euro. 60 Jahre nach der Einweihung des Mahnmals seien die Sicherungsarbeiten damit im Wesentlichen abgeschlossen, sagte Stiftungssprecher Rikola-Gunnar Lüttgenau der Deutschen Presse-Agentur. „Der bauliche Zustand des Mahnmals ist inzwischen gut.“

Zeugnis der SED-Geschichtspolitik

Bei den Arbeiten sei das Mahnmal in seiner Grundsubstanz gesichert worden, das betraf unter anderem die Treppen am Stelenweg und die Drainage zur Entwässerung der „Straße der Nationen“. Die monumentale Anlage war am 14. September 1958 mit einem Staatsakt der DDR-Führung eingeweiht worden. Der weithin sichtbare Glockenturm, die Plastik der Buchenwald-Häftlinge des Bildhauers Fritz Cremer, der Stelenweg und die Häftlingsgräber gelten Historikern heute als ein Zeugnis der SED-Geschichtspolitik und des antifaschistischen Gründungsmythos der DDR. Im Mittelpunkt des offiziellen Geschichtsbildes stand dabei der kommunistische Widerstand im KZ Buchenwald, andere Opfergruppen wie etwa Homosexuelle wurden vernachlässigt. In das KZ Buchenwald hatten die Nationalsozialisten von 1937 bis zur Befreiung im April 1945 rund 280.000 Menschen aus ganz Europa verschleppt, 56.000 kamen ums Leben.

Größtes Mahnmal Europas

„In seiner Funktion ist das Denkmal heute aus der Zeit gefallen“, so Lüttgenau. Auch das Interesse der jährlich rund 500.000 Besucher der KZ-Gedenkstätte gilt nach Erfahrungen der Gedenkstätte in erster Linie dem eineinhalb Kilometer entfernten historischen Lagergelände und weniger dem Mahnmal. Als bedeutendstes Nationaldenkmal der DDR und als Europas größtes Denkmal zur Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen sei es aber bis heute kunst- und kulturhistorisch von Bedeutung.

4500 DDR-Bürger errichten Buchenwald-Denkmal

Errichtet wurde das Mahnmal seit 1954 in zahlreichen organisierten Arbeitseinsätzen, woran derzeit eine Ausstellung „Mahnmal im Kollektiv“ im Stadtmuseum Weimar erinnert. Nach Angaben von Museum und Gedenkstätte waren daran rund 4500 Frauen und Männer aus der gesamten DDR beteiligt. Bis zum Juli 1958 sind 33 444 Arbeitsstunden dokumentiert. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. November zu sehen.