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Blick in die Zukunft? Pflege-Roboter besucht Thüringer Altenheim

Roboter Typ Pepper
Ein humanoider Serviceroboter vom Typ Pepper. Foto: imago/Jochen Tack; Montage: Thüringen24
  • Pflegeroboter „Emma“ kommt nach Weimar
  • Humanoider Serviceroboter besucht Altersheim
  • Vielversprechende Forschung an der FH Kiel

Sieht so die Zukunft in der Pflege aus? In knapp drei Wochen stattet der Pflegeroboter „Emma“ dem Caritas Altenpflegezentrum St. Raphael in Weimar einen Besuch ab. Die 1,20 Meter große Maschine, der an der Fachhochschule Kiel eine neue Seele gegeben wurde, soll ihre Fähigkeiten als humanoider Serviceroboter demonstrieren. Der zuständige Projektingenieur Hannes Eilers begleitet „Emma“ am 21. Oktober dabei.

Weimarer Stadtrat macht sich für Pflegeroboter stark

Doch wofür der Einsatz? In vergangenen Einsätzen hat „Emma“ auf Stationen mit Demenzkranken schon für Spaß und Freude gesorgt: „Wenn Emma biografiebezogene Musik abspielt, dann leuchten die Augen der Heimbewohner. Der Roboter kann sich sprechend vorstellen und mit seinem Gegenüber kommunizieren, macht Musik und kann sogar Fotos von den Heimbewohnern machen und diese sofort mit hohem Unterhaltungswert auf dem Bildschirm zeigen, zumal Emma Gesichtserkennungssoftware besitzt“, heißt es in einer Mitteilung des Weimarer CDU-Stadtrates Karl-Heinz Kraass.

Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Thüringen

Der Politiker und die Pflegedienstleiterin Kerstin Bloch vom Altenheim St. Raphael in Weimar haben ausdrücklich um den Besuch von Eilers und „Emma“ auf der Station gebeten. Der Projektingenieur wollte sein High-Tech-Gerät ursprünglich ohne Pflegeeinsatz auf dem 10. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft in Weimar vom 18. bis 20. Oktober vorstellen.

Erfolgreicher Einsatz in Pflege von Demenzkranken

Wer jetzt schon wissen will, wie der Roboter tickt und funktioniert, der braucht keine drei Wochen zu warten. Studenten von CampusTV der Fachhochschule Kiel besuchten „Emma“ vor Ort. Der Bericht zeigt einen ihrer regelmäßigen Einsätze und wie der Roboter das Leben der Demenzkranken ordentlich durchwirbelt. So tanzen die Senioren etwa gemeinsam mit einer Pflegekraft um die Maschine herum. Und genau dieser Roboter gibt über Lautsprecher Anweisungen, wie die Menschen ihre Beine und Arme zu bewegen haben. Gerade als Unterstützung bei der Beschäftigung loben die menschlichen Kollegen den Einsatz von „Emma“. Als Ersatz für „organische Pfleger“ tauge das vorliegende Forschungs-Modell, das auf dem französisch-japanischen Erfolgsschlager „Pepper“ basiert, jedoch nicht.

Videobeitrag von CampusTV FH Kiel über „Emma“

Roboter nur zu Demonstrationszwecken im Altenheim

Doch wer seine Verwandten bereits in der halb-und-halb-Pflege durch Roboter und Menschen fürchtet, der kann für den Moment beruhigt sein. „Emma“ wird nur zu Demonstrationszwecken am 21. Oktober im Caritas Altenpflegezentrum St. Raphael in Weimar zeigen, was in der Maschine steckt. Andererseits schreit der Fachkräftemangel in der Pflege förmlich nach schnellen und unkonventionellen Lösungen. Sollten Roboter eine Chance erhalten, Menschen bei ihrer Arbeit zu unterstützen?

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