Frau macht es sich mitten in Weimar selbst – darum ist sie trotzdem keine Exhibitionistin

In Weimar hat sich eine Frau mtiten auf dem Goetheplatz entblößt. (Symbolfoto)
In Weimar hat sich eine Frau mtiten auf dem Goetheplatz entblößt. (Symbolfoto)
Foto: Imago/Westend61

Weimar. Exhibitionistische Handlungen sind in Deutschland strafbar. Das heißt, wenn du dich vor jemanden in der Öffentlichkeit ausziehst und ihn dadurch belästigst, begehst du eine Straftat. Allerdings nur unter der Bedingung, wenn du ein Mann bist!

Denn als Frau kannst du laut Strafgesetzbuch das Verbrechen des Exhibitionismus nicht begehen. Das hat nun eine Frau in Weimar erfahren. Sie hatte sich auf dem Goetheplatz selbst befriedigt, andere Passanten hatten dies gesehen und sie angezeigt.

Frau in Weimar wurde nicht wegen Exhibitionismus angezeigt

Die Polizei zeigte sie aber wegen Erregung öffentliches Ärgernisses an, nicht wegen Exhibitionismus.

Und der Grund liegt darin, dass Frauen nicht wegen Exhibitionismus belangt werden können.

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Der Grund dafür ist simpel, wie es das Bundesverfassungsgericht begründet: Exhibitionistische Handlungen von Frauen sind extrem selten.

Deswegen ist im Strafgesetzbuch auch nur von Männern die Rede.

Frauen können sich trotzdem nicht einfach in der Öffentlichkeit entblößen

Doch natürlich können Frauen sich nun nicht einfach vor jemanden entblößen und kommen ungestraft davon: Bei ihnen heißt das Ganze dann Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Noch ein interessante Fakt: Elementar für den Straftatbestand des Exhibitionismus ist die Belästigung einer anderen Person durch das Entblößen des Penisses. Aber: Sollte der Betroffene Interesse, Verwunderung oder Mitleid zeigen – statt Ekel, Beschämtheit, Schock oder Schrecken – dann ist die Belästigung nicht gegeben und somit gilt es auch nicht als Exhibitionismus.

Selbstbefriedigung in Weimar als Straftat

Für die Frau in Weimar gilt trotzdem: Auf einem öffentlichen Marktplatz sich selbst zu befriedigen, ist eine Straftat. Und sie hat nun eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses am Hals. (fb)