Windpocken greifen um sich – was jetzt zu tun ist

In Weimar häufen sich Fälle der Windpocken. Für einige Menschen können sie sehr gefährlich sein. (Symbolfoto)
In Weimar häufen sich Fälle der Windpocken. Für einige Menschen können sie sehr gefährlich sein. (Symbolfoto)
Foto: dpa
  • Windpocken breiten sich aus
  • Stadt Weimar warnt vor ansteckender Krankheit
  • Was du jetzt wissen solltest

In den Kindergärten und Schulen in Weimar erkranken derzeit immer mehr Kinder an Windpocken. Die Stadt warnt deshalb nun vor den Gefahren für bestimmte Bevölkerungsgruppen und hat einen Rat an Eltern.

Windpocken in Weimar – Umfrage zum Impfen:

Windpocken als Gefahr für Schwangere und Babys

Aktuell treten vermehrt Windpocken in mehreren Bildungseinrichtungen in Weimar auf, hieß es. Die Erreger seien hoch ansteckend. Die Erkrankung heile in der Regel folgenlos ab, könne in seltenen Fällen aber auch Komplikationen nach sich ziehen, teilte das Rathaus mit: "Besonders gefährdet sind Schwangere beziehungsweise deren Babys sowie Neugeborene und Säuglinge." Eine Infektion kann für das Kind mit Fehlbildungen oder tödlich enden.

Kinder und Schüler können ausgeschlossen werden

Alle Personen, die keinen vollständigen Impfschutz gegen Windpocken oder die Krankheit nicht nachweisbar schon durchgemacht haben, können aus einer Gemeinschaftseinrichtung ausgeschlossen werden, teilte die Stadt Weimar mit. Bis zu 16 Tage könnten Schule und Kita dann also für betroffene Kinder und Jugendliche tabu sein.

Gesundheitsamt in Weimar rät zur Impfung

Das Gesundheitsamt rate deshalb Eltern dazu, die Impfpässe ihrer Kinder zu prüfen und gegebenenfalls fehlende Impfungen nachzuholen.

Gürtelrose: Windpocken-Viren schlummern im Körper

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden Windpocken durch Varizella-Zoster-Viren verursacht. "Eine Ansteckung geschieht meist in der Kindheit und zeigt sich durch Fieber und juckenden Hautausschlag. Ist die Krankheit überstanden, bleiben die Viren schlummernd im Körper." Auch Jahre später können die Erreger wieder aktiv werden und eine Gürtelrose verursachen. "Dabei bildet sich ein Hautausschlag, der sehr schmerzhaft sein kann", heißt es bei der BZgA.

Wie du Windpocken erkennst

Die Bundeszentrale nennt folgende Symptome der Windpocken:

  • leichtes Krankheitsgefühl für ein bis zwei Tage
  • gelegentlich Fieber
  • Stark juckende Papeln breiten sich von Kopf und Rumpf über den ganzen Körper aus
  • Es bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die auch Schleimhäute, Genitalien und Kopfhaut befallen können. Sie trocknen später zu Krusten aus.
  • Die Bläschen heilen nach einigen Tagen ab. Durch starkes Kratzen oder eine zusätzliche bakterielle Infektion der Haut können jedoch Narben zurückbleiben.

Wie Windpocken übertragen werden

Windpocken können laut der BZgA so übertragen werden:

  • auch über einen großen Abstand
  • Viren werden meist beim Einatmen von winzigen Speichel-Tröpfchen aufgenommen, die Erkrankte beim Atmen und Husten, Niesen oder Sprechen in der Luft verbreiten.
  • Fast jeder Kontakt zwischen einer ungeschützten Person und einem an Windpocken Erkrankten führt zu einer Ansteckung.
  • Besonders ansteckend ist auch die Flüssigkeit der Blasen, wenn diese platzen.
  • So können die Viren beim Kratzen des Ausschlags oder der Krusten an Hände gelangen und dann von Hand zu Hand weitergegeben werden. Von den Händen werden die Viren leicht auf die Schleimhäute von Mund oder Nase übertragen

Experten bemängeln Impfmüdigkeit in Thüringen

Fachleute beklagen seit Jahren zunehmende Impflücken. So wird in Thüringen etwa die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Beteiligung von mindestens 95 Prozent der Kinder an der Masernimpfung nur für die erste Impfdosis erreicht, bei der zweiten, den Impfschutz vervollständigenden Dosis, aber mit 93,5 Prozent verfehlt.