Festnahme in Erfurt! Er soll die kleine Ramona (10) aus Jena umgebracht haben

Die Soko Altfälle hat sich ungeklärter Kindermorde in Weimar und Jena angenommen. (Archivfoto)
Die Soko Altfälle hat sich ungeklärter Kindermorde in Weimar und Jena angenommen. (Archivfoto)
Foto: Jan-Henrik Wiebe
  • Polizei klärt Mord an zehnjähriger Ramona aus Jena auf
  • Mutmaßlicher Täter  nach mehr als 20 Jahren festgenommen
  • Anderer Mann nicht mehr unter Verdacht – aber weiter im Gefängnis

Jena. Neuer Fahndungserfolg der Sonderkommission „Altfälle“ in Thüringen! Nach mehr als 20 Jahren ist offenbar der Mord an der kleinen Ramona aus Jena aufgeklärt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, sei der Tatverdächtiger am Dienstag in Erfurt festgenommen und mittlerweile gegen ihn Haftbefehl erlassen worden. Gleichzeitig bedeutet das eine überraschende Wende in dem Fall.

Der Mann – heute 76 Jahre alt – soll die Zehnjährige im August 1996 nahe des Columbus-Centers in Jena-Winzerla angesprochen haben. Den Ermittlern zufolge nahm er das Mädchen dann mit seinem Auto an einen noch unbekannten Ort mit und tötete es dort.

Zehnjährige Ramona aus Jena entführt und getötet

Danach fuhr er die Leiche nach Großburschla im Wartburgkreis und legte sie dort ab. Ein halbes Jahr später – im Februar 1997 – fand ein Jäger den Ramonas Schulranzen. Einige Tage später wurden auch Leichenteile der damals Zehnjährigen entdeckt.

Eine konkrete Spur zu dem Täter fehlte für lange Zeit. Am Dienstag wurde nun ein 76-Jähriger aus Mühltroff – einem Ort in Sachsen und an der Grenze zu Thüringen – festgenommen. Er steht im Verdacht, die kleine Ramona getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft gehe von einem Mord zur Verdeckung einer Straftat aus, hieß es. Der Beschuldigte selbst, schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Polizei will sich detaillierter zu Kindermord äußern

Wie genau die Polizei dem Mann nun auf die Spur kam, ist noch unklar. Von „akribischer Ermittlungsarbeit“ und der „Nutzung moderner Methoden der Forensik und der Informationstechnologie“ ist in einer Mitteilung vom Mittwochmorgen die Rede. Am Mittag will die Polizei bei einer Pressekonferenz in Weimar weitere Details veröffentlichen.

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Verdächtiger im Mordfall Ramona war es nicht – sitzt aber weiter im Gefängnis

Im September vergangenen Jahres hatte die Polizei bereits einen 56-Jährigen festgenommen, er wurde verdächtigt, der Mörder der Zehnjährigen zu sein. "Gegen ihn haben sich aber entlastende Momente ergeben", sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage von Thüringen24.

Auf freiem Fuß ist er dennoch nicht. Gegen ihn wird wegen anderer Vergehen weiter ermittelt. So waren die Ermittler bei Durchsuchungen auf verstörendes Videomaterial gestoßen. Es soll zeigen, wie sich der Mann brutal an drei Frauen vergeht, die er zuvor betäubt hatte.

Fall Stephanie: Soko Altfälle klärt Kindermorde in Thüringen auf

Die Soko Altfälle hat sich mehrerer ungeklärter Kindermorde in Thüringen angenommen. Die Ermittler konnten so schon den Fall der damals zehnjährigen Stephanie aus Weimar aufklären, die 1991 entführt und umgebracht wurde. Nach dem Tod des neunjährigen Bernd Beckmann aus Jena 1993 ist allerdings noch kein Täter überführt.

"Bei so lang zurückliegenden Fällen ist die Ermittlungsarbeit oft sehr schwierig", teilte Innenminister Georg Maier (SPD) am Mittwoch mit. Die Erfolge der Soko machten deutlich, dass es sich lohne, auch scheinbar unlösbare Fälle nicht aufzugeben und mit unkonventionellen Ermittlungsmethoden oder neuer Technik weiter nach Lösungen zu suchen.