Bratwurstmuseum auf früherem KZ-Außenlager? Stadt prüft nach großer Aufregung anderen Ort

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  • Um den neuen Standort des Bratwurstmuseums auf einem ehemaligen KZ-Außenlagers hatte es Streit gegeben
  • Nun äußert sich die Politik
  • Findest sich doch ein anderer Standort für das Bratwurstmuseum?

Mühlhausen. Die Aufregung war groß und ist auch an Thüringens Politik nicht spurlos vorbeigegangen. Nach der scharfen Kritik an den Plänen für ein Bratwurstmuseum auf dem Gelände eines ehemaligen KZ-Außenlagers im nordthüringischen Mühlhausen, prüft die Stadt nun auch alternative Standortmöglichkeiten.

Das hat die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus der Thüringer Staatskanzlei erfahren.

Johannes Bruns (SPD) beharrt darauf, dass kein Zweifel am Leid der Menschen aufkommen darf

Thüringens Kulturminister und Antisemitismusbeauftragter Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) und Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) wollen sich nun zeitnah zu Beratungen treffen.

„Es darf keinen Zweifel am Leid der in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten Internierten und an der Unmenschlichkeit des Systems der Zwangsarbeit geben“, erklärten Hoff und Bruns.

Umzug des Bratwurstmuseums auf ehemaliges KZ-Gelände sorgt für Wirbel

Das Bratwurstmuseum ist bislang in Holzhausen bei Arnstadt und soll von dort nach Mühlhausen umziehen.

Die am Mittwoch bekanntgewordenen Standortpläne hatten für Diskussionen gesorgt. Seit 2008 besitzt nach Angaben der Stadt ein privater Investor das Gelände am nordöstlichen Rand des Stadtwalds in Mühlhausen. Zuvor war das Gelände im Besitz des Bundes.

1944 bis 1945 wurden in Buchenwald 700 jüdische Frauen gefangen gehalten

In dem ehemaligen Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald wurden von September 1944 bis Februar 1945 rund 700 jüdische Frauen hauptsächlich aus Ungarn und Polen gefangen gehalten.

Sie mussten vor allem Zwangsarbeit für einen Rüstungsbetrieb leisten. (dpa/mj)