Ausnahmezustand in Weimar: Polit-Prominenz erwartet – Innenstadt gesperrt

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Deutschen Nationaltheater mit dem Goethe-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz. Hier kam am 6. Februar vor 100 Jahren die Nationalversammlung erstmals zusammen. Auf den Tag genau ist ein großer Festakt mit Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Bundestagspräsident und den Ministerpräsidenten der Bundesländer geplant.
Ein Polizeifahrzeug steht vor dem Deutschen Nationaltheater mit dem Goethe-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz. Hier kam am 6. Februar vor 100 Jahren die Nationalversammlung erstmals zusammen. Auf den Tag genau ist ein großer Festakt mit Bundespräsident, Bundeskanzlerin, Bundestagspräsident und den Ministerpräsidenten der Bundesländer geplant.
Foto: Martin Schutt/dpa
Die Weimarer Republik war die erste deutsche parlamentarische Demokratie. Ihre Verfassung wurde in Weimar geschrieben. Daran wird am Mittwoch am historischen Ort erinnert. Sperrungen, Programm und Gäste im Überblick.

Weimar. In Weimar herrscht am Mittwoch Ausnahmezustand: 100 Jahre nach der Entstehung der Weimarer Verfassung erinnert die Bundesrepublik an die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland. Dazu treffen sich am Mittwoch zahlreiche Spitzenpolitiker in Weimar. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Verkehr in Weimar fast lahmgelegt

Rund um den Festakt in Weimar sind Einsatzkräfte der Landespolizeien, des Bundeskriminalamtes und der Bundespolizei vor Ort. Die Innenstadt ist so gut wie nicht befahrbar. In einem Facebook-Post veröffentlichte die Polizei Thüringen die Sperrungen auf einer Karte.

Diese Straßen sind am Mittwoch in Weimar gesperrt

  • Halteverbote ab Ackerwand bereits ab 5. Februar, 8.00 Uhr
  • Halteverbote Graben, Rollplatz, Eduard-Rosental-Straße ab 6. Februar, 6.00 Uhr
  • Verkehrssperrungen ab 6. Februar bis ca. 18.00 Uhr (Ausnahme Herderplatz, vermutlich frei ab 16.00 Uhr)
  • Fußgänger können alle Sperrungen frei passieren. Ausnahme: vorübergehend Herderplatz, Rittergasse, Zeughof, Theaterplatz
  • Busse werden vom Goetheplatz in die Coudraystraße verlegt
  • Taxen werden vom mon ami auf den Goetheplatz verlegt.

100 Jahre Weimarer Verfassung: Spitzenpolitiker erwartet

Bei dem Festakt mit hunderten Gästen (15.15 Uhr) sind auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Bundesratspräsident Daniel Günther (alle CDU) sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle, dabei. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält eine Rede.

Kurz vor zwölf Uhr ist der Bundespräsident in Weimar eingetroffen. Begleitet von einer Kolonne.

Die Gäste treffen sich auf Einladung der Thüringer Landesregierung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen am gleichen Ort, an dem vor 100 Jahren die Nationalversammlung tagte: im Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT).

Die Nationalversammlung in Weimar

Nach der Novemberrevolution, dem Sturz des Kaisers und dem Ende des Ersten Weltkriegs (1914-1918) kam dort am 6. Februar 1919 erstmals die neu gewählte deutsche Nationalversammlung zusammen. Mehrere Monate arbeiteten die Politiker an der Verfassung der jungen Republik, die nach dem Namen des Versammlungsorts benannt wurde - Weimarer Republik.

Sie wurde am 31. Juli 1919 beschlossen und schrieb unter anderem erstmals das Frauenwahlrecht fest. Völlig neu war auch die in der Verfassung verankerte betriebliche Mitbestimmung, was den Grundstein für die Gründung von Betriebsräten und die bis in die Gegenwart geltende Tarifautonomie legte. Die Weimarer Verfassung besiegelte auch die Trennung von Kirche und Staat bei gleichzeitig geltender Religionsfreiheit.

Bilder von dem Festakt in Weimar

Das Programm zu 100 Jahre Weimar

Zunächst ist am Mittwoch unter anderem ein ökumenischer Gottesdienst (12.30 Uhr) geplant. Auch ein Bürgerfest mit Nachfahren einiger Parlamentarier der Weimarer Republik soll es geben. Der Festakt ist eingebettet in die «Woche der Demokratie» des DNT. Das Festival beschäftigt sich bis zum 10. Februar unter anderem in Vorstellungen, Symposien und Konzerten mit dem heutigen Demokratieverständnis. (dpa, aj)