Bernd Stelter: Frau aus Weimar sorgt für Karnevals-Eklat in Köln – vor laufender Kamera geht sie ihn an

Bernd Stelter zog sich den Unmut einer Zuschauerin zu. Die Frau aus Weimar musste aus dem Saal geführt werden.
Bernd Stelter zog sich den Unmut einer Zuschauerin zu. Die Frau aus Weimar musste aus dem Saal geführt werden.
Foto: Marius Becker/dpa

Eine Frau aus Weimar sorgte bei einer TV-Aufzeichnung des Comedians Bernd Stelter für große Aufregung. Offenbar war sie derart betroffen über einen Witz, dass sie auf die Bühne stürmte und ihrer Wut erstmal Luft machen musste. Die Security erteilte ihr und ihrem Mann Hausverbot. Später erklärte sie, was es mit ihrem Ausbruch auf sich hatte.

Bernd Stelter macht Witz über Doppelnamen und Annegret Kramp-Karrenbauer

Der Vorfall geschah bei der Aufzeichnung einer Fernsehsitzung in Köln, wofür die Zuschauerin am Wochenende extra mit ihrem Mann aus dem 350 Kilometer entfernten Weimar angereist war.

Bernd Stelter hatte einen Witz gemacht, in dem es zunächst um seine eigene Heirat ging. Der Mädchenname seiner Frau sei Rumpen - und ein möglicher Doppelname daher ja Rumpen-Stelter. „Der Standesbeamte hat da gesagt: Nee. Sie wollen keinen Doppelnamen“, sagte der Komiker am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur. Seine Pointe: Hätte ein Standesbeamter nicht auch Annegret Kramp-Karrenbauer warnen können?

Eklat beim Bernd-Stelter-Abend in Köln: Frau aus Weimar stürmt die Bühne

Doch bei einer Frau im Publikum kam das am vergangenen Freitag nicht gut an. Nach Angaben des Festkomitees Kölner Karneval fing sie zunächst an zu pfeifen. Stelter habe sie daraufhin gebeten, das zu unterlassen: „Gehen Sie doch bitte raus ein Kölsch trinken“, schlug er vor. Dann stürmte sie auf die Bühne, stellte sich keine zwei Handbreit vor Stelter ans Mikro, um sich dort zu beschweren.

Zuschauerin wütend: „Doppelnamen sind doppelscheiße“

Auf Aufnahmen des WDR ist ihre Kritik an Stelter zu hören: „Männernamen sind immer toll - und Frauennamen sind immer scheiße. Und Doppelnamen sind doppelscheiße.“ Wachleute brachten die Frau nach draußen.

In der „Kölnischen Rundschau“ erklärte sie später ihre Motivation: „Ich habe selbst einen Doppelnamen und muss das nicht über mich ergehen lassen.", so Gabriele Möller-Hasenbeck. „Wir kommen seit Jahren in den Gürzenich. Da fahren wir von so weit her und müssen so etwas hören, dieser Witz hat mich verletzt", sagte sie der Rundschau.

Präsident Christoph Kuckelkorn, sozusagen Kölns oberster Karnevalist, äußerte Unverständnis über den Protest: „Die Geschmäcker sind verschieden und nicht jedem Gast muss jeder Programmpunkt gefallen. Aber wir erwarten Respekt gegenüber den Künstlern und Publikum.“

„Muss das nicht über mich ergehen lassen“

Tatsächlich gelten Karnevalsreden humormäßig nicht gerade als Hort des Fortschritts. Veganer haben es schwer, Schwiegermütter sowieso. Auch Witze über Doppelnamen gab es spätestens seit der Amtszeit von Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) schon viele. Aber muss man sie nichtsdestominder hinnehmen? Die Frau aus dem Publikum sagt: nein.

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„Das Ganze nennt man Narrenfreiheit“

Stelter meinte, dass sein Humor niemanden beleidige. „Ich hab' sicherlich 'ne Menge politisch relevante Sachen in der Rede - nur das gehört nicht dazu“, sagte er. Er wolle den Doppelnamen-Gag daher beibehalten. „Das Ganze nennt man Narrenfreiheit.“

Nach Angaben des WDR wurde die Aufzeichnung der Fernsehsitzung nicht unterbrochen. Der Zusammenschnitt soll am Rosenmontag laufen. Man darf gespannt sein, ob die Szene dann zu sehen sein wird. (dpa, aj)