Weimar: „Einen Drehspieß mit allem“ – darum heißt der Döner nicht mehr Döner

In Weimar darf der Döner nicht mehr Döner heißen an manchen Buden. (Symbolbild)
In Weimar darf der Döner nicht mehr Döner heißen an manchen Buden. (Symbolbild)
Foto: Sven Hoppe / dpa

Weimar. Döner-Teller, Döner mit allem und alles bitte in scharf: Das sind die Standard-Sätze, die in den meisten Dönerbuden in Deutschland zu hören sind. Aber nicht in Weimar in Thüringen. Hier muss der Döner in so mancher Imbissbude anders heißen.

Verwirrung in Weimar: An der Tafel von der Imbissbude in der Heinrich-Heine-Straße steht nirgends das Wort Döner.

In Weimar darf der Döner nicht mehr Döner heißen

Stattdessen ist dort zu lesen: Drehspieß im Fladenbrot, Drehspieß-Teller und Drehspieß einfach so.

Inhaber Özdem Atilgan sagt, dass er seine komplette Tafel sowie hunderte Speisekarten ändern musste. Und das alles nur wegen der deutschen Bürokratie. Allerdings ist nicht erst seit einigen Tagen festgelegt, was im Fleisch eines Döners sein darf, damit er sich Döner nennen darf.

Denn die Vorschriften gibt es bereits seit 1998. Darin ist verankert: Es darf nur grob entsehntes Schafs- oder Rindfleisch drin sein, der Hackfleisch-Anteil darf 60 Prozent nicht überschreiten und darüber hinaus dürfen nur noch Salz, Eier, Gewürze, Öl, Zwiebeln, Milch und Joghurt im Fleisch enthalten sein.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Thüringen: Junge (8) will Mountainbike fahren – jetzt ist er schwer verletzt

Mühlhausen: Lkw stürzt Böschung hinab – Straße stundenlang gesperrt

Thüringen: Autofahrerin auf Landstraße unterwegs – wenig später sind 17 Tiere tot

Hund: Gassi-Runde in Thüringen endet dramatisch – Schäferhund stirbt

-------------------------------------

Kunde soll vor Täuschung geschützt werden durch die Auflage

Wird sich an diese Vorschrift nicht gehalten, darf der Döner nur noch Drehspieß heißen. So soll der Kunde vor Täuschung geschützt werden, heißt es vom Weimarer Lebensmittelüberwachungsamt.

Und so wie es die Imbissbude an der Heinrich-Heine-Straße getroffen hat, könnte es auch den City Kebab einige hundert Meter weiter treffen.

Dort hat der Inhaber wenig Verständnis für die angemahnte Änderung. Denn auch er muss für einige tausend Euro seine Tafel umändern lassen. Dass der Kunde das nicht verstehen wird, das stört ihn am allermeisten. Denn jedem Kunden zu erklären, dass der Döner nicht mehr Döner heißt, das sei ganz schön schwierig.

Kommunen entscheiden selbst, ob sie die Vorschrift durchsetzen

Die Vorschrift für den Dönernamen gilt übrigens bundesweit. Allerdings sind die Sanktionen den Städten überlassen, ob sie diese durchdrücken oder nicht. (fb)