Weimar: Grüne schreiben Brandbrief an Tönnies – „Gefährdet ernsthaft die Reputation unserer Stadt“

Clemens Tönnies hat einen Brief aus Weimar bekommen. Die dortigen Grünen fordern den Wurst-Chef zu einem sofortigen Handeln auf...
Clemens Tönnies hat einen Brief aus Weimar bekommen. Die dortigen Grünen fordern den Wurst-Chef zu einem sofortigen Handeln auf...
Foto: imago/Eduard Bopp

Weimar. Die Tönnies-Gruppe hat Post von den Grünen aus Weimar bekommen.

In einem offenen Brief formulieren die Grünen aus Weimar eine ganz klare Forderung – der umstrittene Tönnies-Konzern soll eine Marke aus seiner Produktpalette streichen!

Grüne Weimar stellen Forderung an Tönnies

Dabei geht es um die Marke „Weimarer Thüringen“. Die Wurstwaren werden seit Ende Februar nicht mehr in Thüringen produziert. Der traditionsreiche Schlachthof in Nohra ist seitdem Geschichte. Das Etikett „Weimarer Thüringen“ aber ist geblieben...

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Spätestens jetzt - nach den neuesten Corona-Skandalen bei Tönnies - ist das zu viel für die Grünen: „Nur was aus Weimar kommt, sollte auch 'Weimarer' heißen! Stellen Sie die Nutzung der Marke 'Weimarer Thüringen' ein!“, heißt es in dem offenen Brief.

Missstände bei Tönnies beschäftigen auch Weimar

Die Wirtschaftsweise der Tönnies-Gruppe stehe im Widerspruch zu einer lebenswerten Umwelt und missachte die Würde von Mensch und Tier. Profitmaximierung stehe über der Gesundheit der Arbeitnehmenden.

„Die in den Fokus der öffentlichen Kritik geratenden Missstände beschäftigen auch die Weimarer Bürgerinnen und Bürger“, so Enja Knipper, Sprecherin des Vorstands.

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Tönnies suggeriere mit der Marke „Weimarer Thüringen“ einen regionalen Bezug, der nicht mehr gegeben ist. „Das ist intransparent und führt zu Missverständnissen und falschen Assoziationen bei den Konsumentinnen und Konsumenten“, sagt Knipper.

Diese Produkte kämen nicht aus Weimar, daher dürften sie auch nicht so bezeichnet werden. „Wenn Weimar mit den Missständen der Unternehmensgruppe in Verbindung gesehen wird, gefährdet dies ernsthaft die Reputation unserer Stadt und des Bundeslandes Thüringen“, warnt Knipper. Die Menschen in Weimar sollten nicht mit dem „System Tönnies“ verbunden werden.

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Das ist die Tönnies Holding

  • Das Familienunternehmen hat den Sitz in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh
  • Es ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb für Schweine
  • Eigentümer sind Clemens Tönnies und sein Neffe Robert Tönnies

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Die Grünen schlagen deshalb vor, die Marke an die städtische Wirtschaftsförderung, die Weimarer GmbH, zu übergeben. „Dort kann sie der Vermarktung von regionalen Produkten zu Gute kommen. Das ist im Interesse unserer Stadt“, sagt Daniel Schmidt, Sprecher des Vorstands. (ck)