Weimar: Frau von betrunkenen Jugendlichen genervt – die Polizei löst das Problem genial

Weimar: Betrunkene Jugendliche störten die Anwohner am Zeppelinplatz (Symbolbild)
Weimar: Betrunkene Jugendliche störten die Anwohner am Zeppelinplatz (Symbolbild)
Foto: imago images / biky

Weimar. Wenn lärmende Jugendliche vor dem Schlafzimmerfenster ständig den Schlaf rauben, ist das auf Dauer ziemlich nervig.

Und genau so erging es Katha aus Weimar. Laute Jugendliche rissen sie und die gesamte Nachbarschaft in der einst ruhigen Gegend am Zeppelinplatz über Wochen nachts aus dem Schlaf. Was die Polizei Weimar dann mit den Jugendlichen macht, überrascht.

Thüringen: Jugendliche lärmen am Zeppelinplatz in Weimar – so genial reagiert die Polizei

„Jeden Tag ab nachmittags bis in die Nacht mit kurzer Unterbrechung am Abend“ sei es am Zeppelinplatz in Weimar so dermaßen laut gewesen, dass abendliches Lüften für Katha keine Option mehr war.

An erholsamen Schlaf war kaum zu denken. „Die schöne Ruhe, die man hier sonst genießen konnte, ist vorbei.“ Müll und Glasscherben seien außerdem über den Spielplatz verstreut gewesen.

Lärmproblem bewegt die Nachbarschaft

Ihr Problem schildert sie in einer Weimar-Gruppe bei Facebook, und viele Anwohner können ein Lied von dem Problem singen: „Leider ist der Spielplatz wegen der Scherben und des Mülls mittlerweile für kleinere Kinder auch nicht mehr zu nutzen. Und das ist keine Übertreibung“, kommentiert ein Mann.

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So sah die Situation gegen Ende Juli aus. Doch seitdem ist so etwas wie ein kleines Wunder geschehen: Rund zwei Wochen später berichtet Katha, dass die jugendlichen Ruhestörer wie vom Erdboden verschluckt seien. Kein Lärm, kein Abfall mehr. Wie kann das sein?

Gemeinsam mit ihren Nachbarn alarmierte die Weimarerin Polizei und Ordnungsamt. Deren besonnenes Vorgehen führte nicht zu einem großen Streit mit den Jugendlichen, sondern schaffte Tatsachen: „Wenn so etwas häufiger vorkommt, kann man den Jugendlichen auch mal einen Besen in die Hand drücken“, sagt ein Polizeisprecher.

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Dieses Problem tut sich nach dem Dauerlärm auf

Gesagt, getan: Nach Ansprache und Aufforderung räumten die Jugendlichen ihren Müll selbst auf und verließen den Zeppelinplatz. Auch das Ordnungsamt kontrolliere regelmäßig, zudem seien Streetworker vor Ort. Bislang kehrten die Jugendlichen nicht zurück.

Doch nachdem das Lärmproblem der Anwohner gelöst ist, tut sich ein weiteres auf: „Das viel wichtigere Thema ist, was die Stadt für die Kinder tun kann, welche Möglichkeiten sie schafft, um diesen Zeiten Freizeitmöglichkeiten zu schaffen“, fragt Katha.

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Denn: „Kirmes, Partys und so weiter, all das darf derzeit nicht sein. Das ist wirklich eine große Herausforderung“, findet die Weimarerin. Laut Stadt gebe es zwar diverse Jugendclubs und -Einrichtungen, an denen sich Heranwachsende gemäß aktueller Coronaregeln treffen können.

Dass die coronabedingten Schließungen und das gute Wetter für mehr jugendliche Treffpunkte auf öffentlichen Plätzen sorgen, bestätigen die Polizei und die Stadt.

Die Lage am Zeppelinplatz sei vergleichsweise harmlos. „Solange sie sich benehmen und ihren Müll wegräumen, ist alles in Ordnung“, heißt es. Andernorts käme es jedoch immer wieder zu Prügeleien und Beleidigungen, etwa am Weimarhallenpark oder am Wielandplatz. Die Polizei müsse dort immer wieder einschreiten.

Die einsichtigen Jugendlichen vom Zeppelinplatz seien laut Katha für ihren abendlichen Umtrunk in genau diese Richtung weitergezogen – zum Bauhaus-Museum am Weimarhallenpark. Ob auch sie in Zukunft für weitere Polizeieinsätze sorgen, wird sich zeigen. (vh)