Weimar: Gedenkfeier am ehemaligen KZ Buchenwald – SIE dürfen nicht teilnehmen

Besucher am ehemaligen KZ Buchenwald.
Besucher am ehemaligen KZ Buchenwald.
Foto: dpa

Weimar. 75 Jahre nach seiner Einrichtung haben etwa 60 Menschen an das sowjetische Internierungslager im ehemaligen NS-Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar erinnert.

Zu dem Gedenken unter anderem mit einem ökumenischen Gottesdienst kamen am Samstag auch einstige Internierte nach Buchenwald bei Weimar, wie ein Gedenkstättensprecher sagte.

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Das Lager war im August 1945, wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, von den sowjetischen Besatzungsbehörden eingerichtet worden. Sie inhaftierten dort ab August 1945 rund 28 500 Zivilisten, überwiegend lokale Mitglieder der Nazipartei NSDAP.

Einige Gefangene waren auch aufgrund von Denunziationen eingesperrt. 7000 Menschen starben an Hunger und Krankheiten.

Viele Familien erfuhren nichts über Verbleib der Angehörigen

Die Familien erhielten laut Gedenkstätte keinerlei Nachricht über den Verbleib ihres Angehörigen, auch keine offizielle Benachrichtigung über ihren Tod. 1950, kurz nach der Gründung der DDR, wurde das Lager aufgelöst. Die Aufarbeitung der Lagergeschichte hatte erst nach 1989 begonnen.

AfD-Abgeordnete dürfen nicht teilnehmen

Drei Thüringer AfD-Landtagsabgeordneten, die an dem Gedenken teilnehmen wollten, hatte die Gedenkstättenleitung zuvor den Zutritt untersagt. Hintergrund ist eine Anfang 2019 getroffene Entscheidung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Diese hatte in Abstimmung mit den Häftlingsverbänden entschieden, AfD-Politiker nicht zu Gedenkveranstaltungen in dem ehemaligen Lager zuzulassen.

Die Stiftung hatte damals erklärt, sie halte es für geboten, „dass Vertreter der AfD an einer Gedenkveranstaltung an diesen Orten nicht teilnehmen, solange sie sich nicht glaubhaft von den antidemokratischen, menschenrechtsfeindlichen und geschichtsrevisionistischen Positionen in ihrer Partei distanzieren“. (dpa)