Weimar prescht vor – DAS soll ab Montag wieder alles möglich sein!

Weimar will Shopping wieder erlauben unter Auflagen. (Symbolbild)
Weimar will Shopping wieder erlauben unter Auflagen. (Symbolbild)
Foto: dpa

Weimar. Während die Landeshauptstadt Erfurt an zwei Tagen in der Woche das Shopping möglich machen will, geht Weimar sogar noch einen Schritt weiter.

Denn der Oberbürgermeister von Weimar hält nichts von der Idee, nur zeitweise die Läden zu öffnen.

Weimar prescht vor und geht anderen Weg als Rest des Landes

Weimar geht nach einem Beschluss von Mittwoch einen anderen Weg und will ab 15. März Lockerungen im Einzelhandel, in der Gastronomie und beim Sport ermöglichen.

Angesichts der relativ niedrigen Infektionszahlen sei es seine Pflicht, „den Menschen in der Stadt Weimar eine Perspektive aufzuzeigen, die es ihnen ermöglicht, wieder mit Optimismus in die Zukunft schauen zu können und eine gewisse Normalität zurückzuerlangen“, sagte OB Peter Kleine.

Damit will Weimar einen Weg gehen, den es sonst nicht gibt in Thüringen. Der Freistaat hat immer noch mit hohen Inzidenz-Werten zu kämpfen, gilt als Hotspot der Republik.

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Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) stellte Bedingungen für die Öffnungen in Weimar und auch die in Erfurt. Auch Modellprojekte, die die neue Thüringer Corona-Verordnung zulasse, müssten der Pandemie-Bekämpfung dienen. „Dazu ist ein schlüssiges Gesamtkonzept notwendig, das Corona-Tests und digitale Kontaktnachverfolgung einbindet. Zudem sind sie zeitlich eng begrenzt. Nur unter diesen Voraussetzungen sind solche Modelle vorstellbar.“

Nach Daten der Landesregierung lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch in Erfurt bei etwa 70, in Jena bei 77 und in Weimar bei 52. In der neuen Thüringer Corona-Verordnung, die ab 14. März gelten soll, wird eine Art Experimentierklausel für lokale Öffnungen mit strengen Auflagen stehen, hat die Landesregierung angekündigt.

Jena sieht Shopping-Experimente skeptisch

Die Stadt Jena sieht das Shopping-Experiment skeptisch: „Wir können uns so etwa derzeit für Jena nicht vorstellen, wegen der wieder steigenden Inzidenzen, gerade auch in Jena“, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung.

Es sei mit den Innenstadthändlern über die Erfurter Idee gesprochen worden. Doch selbst bei den Unternehmen sei das Interesse an einer solch kurzen Öffnung eher verhalten gewesen. Besonders kritisch sei, dass mit der Aktion möglicherweise Hoffnungen bei den Händlern, aber auch bei den Kunden geweckt würden, die sich dann in der Folgezeit nicht erfüllen ließen. „Wir sehen uns am Anfang einer dritter Welle“, sagte der Sprecher.

Gera und Eisenach wollen Ergebnisse abwarten

Sprecherinnen der Stadtverwaltungen Gera und Eisenach erklärten, es sei derzeit keine Übernahme des Erfurter Shopping-Experiments geplant. Interesse bestehe aber an der Auswertung, hieß es in Eisenach. „Zu begrüßen ist, dass das Land Thüringen mit diesem Modellversuch gegebenenfalls regional begrenzte Lockerungen ermöglichen kann“, so die Sprecherin. Gera weist nach Angaben der Landesregierung derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von etwa 110, Eisenach von etwa 64 auf.

Unterstützung erhielt Erfurt für seine Idee von einem Landkreis mit einer vergleichsweise niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz: Nordhausen. „Wir würden das auch machen“, sagte Landrat Matthias Jendricke (SPD). Kritisch sehe er an dem Vorstoß Bauseweins nur, dass die geplante Öffnung nur zwei Tage umfassen soll. Angesichts des damit verbundenen Aufwandes „wäre mir das ein bisschen wenig“, sagte Jendricke. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in Nordhausen am Mittwoch nach den Daten der Landesregierung bei etwa 68.

+++Die aktuelle Corona-Lage in Thüringen+++

Nordhausen kann sich sogar Öffnung von Fitnessstudios vorstellen

Er sei gegen einen „Einheitsbrei“ bei den Corona-Beschränkungen, sagte Jendricke. „Ich kann mir bei uns sogar die Öffnung der Fitnessstudios vorstellen“, sagte er. Er halte das Risiko für überschaubar, wenn Menschen, die dort trainieren wollten, einen aktuellen, negativen Schnelltest vorweisen könnten. Derartige Lockerungen im Sport, aber auch im Einzelhandel zuzulassen, seien eine Möglichkeit, Menschen zu motivieren, in der Corona-Pandemie durchzuhalten und sich regelmäßig testen zu lassen, sagte der Landrat.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Thüringen liegt aktuell bei 134. (fb mit dpa)