Corona in Weimar: Stadt testet Ladenöffnung – viele Besucher haben nur eine Frage

Die Innenstadt in Weimar sind während der Öffnungstage gut gefüllt. Touristen wollen nun noch mehr.
Die Innenstadt in Weimar sind während der Öffnungstage gut gefüllt. Touristen wollen nun noch mehr.
Foto: IMAGO / Thomas Müller

Weimar macht auf – diese Entscheidung hatte bei den hohen Corona-Zahlen in Thüringen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Als Modellstadt hat Weimar an drei Tagen in der Woche die Geschäfte in der Innenstadt, Galerien sowie einzelne Museen geöffnet.

Seitdem hat das Treiben in der Innenstadt zugenommen. Doch einige Besucher in Weimar wollen mehr, als nur einen Tag shoppen.

Weimar erhält von Besuchern DIESE Anfrage

Wie die Gesellschaft für Marketing, Kongress- und Tourismusservice mitteilte, habe die Touristen-Information in Weimar bereits mehrere Anfragen von Besuchern erhalten, die gern auch über Nacht in der Stadt bleiben würden. Auf ihre Frage gibt es aus Sicht der reisewilligen Touristen erst einmal keine guten Nachrichten.

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Das ist die Stadt Weimar:

  • älteste Aufzeichnungen über Weimar reichen bis 899 zurück
  • „Weimar“ bedeutet ursprünglich „Heiligtumsee“
  • mit rund 65.000 Einwohnern (Stand 2019) die viertgrößte Stadt Thüringens
  • bekannt für das kulturelle Erbe und die Epoche der Weimarer Klassik; Standort des Goethe- und Schillerdenkmals, des Goethe- und Schiller-Museums sowie des Bauhaus-Museums mit Werken von Walter Gropius
  • Oberbürgermeister ist Peter Kleine (parteilos)

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Man müsse „Interessenten leider auf noch einen unbestimmten Zeitpunkt vertrösten“, heißt es von der Weimar GmbH. Für Geschäftsführerin Ulrike Köppel sei das Interesse jedoch grundsätzlich ein positives Signal: „Diese Anfragen zeigen uns aber auch, wie gern die Menschen nach Weimar reisen würden.“

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Die Hoffnung der Tourismus-Chefin: Der kreative Einsatz der zur Verfügung stehenden Instrumente, um Kultur und Tourismus eine Perspektive zu geben.

Weimar öffnete als erste Stadt in Thüringen

Thüringen wies am Mittwoch eine Inzidenz von über 240 auf. Lediglich drei Kreise liegen aktuell bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. Die niedrigste Inzidenz wies dabei Nordhausen auf (75,5), gefolgt von Weimar (85,9) und dem Unstrut-Hainich-Kreis (97,8).

Am Montag hatte Weimar als erste Stadt im Bundesland als Modellprojekt Einzelhandel und Kultur geöffnet. Ein negativer Corona-Test gilt dabei als Art Eintrittskarte. In den Geschäften gelten weiterhin Abstandregeln und die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes. Kontaktverfolgung erfolgt mittels Luca-App oder Kontaktformular.

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Am ersten Tag habe man ein „moderates Kundenaufkommen wie in Nicht-Pandemie-Zeiten“ registriert.

Modellregionen sorgen für Diskussionen

Deutschlandweit hatten mehrere Regionen und Städte sich zu Modellprojekten erklärt. Durch mehr Testen wollen sie steigende Zahlen verhindern und gleichzeitig Lockerungen ermöglichen. In der Politik hat das für hitzige Diskussionen gesorgt.

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Unter anderem SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte gemahnt, jetzt sei nicht die Zeit zum Ausprobieren. Die Sorge vor dem ungebremsten Anstieg der Infektionszahlen aufgrund der ansteckenderen Variante B117 ist groß.

Stadt zieht zufriedenes Fazit

Doch die Stadt zieht nach dem Testlauf ein zufriedenes Fazit. Es habe jeden Tag volle Testzentren gegeben. Seit vergangenem Montag konnten mehr 10.000 Menschen in Weimar getestet werden. 16 Schnelltests fielen positiv aus. Die Umsätze der Einzelhändlerinnen und –händler lagen im Schnitt etwas unter den Erwartungen. Besonders gut lief es für Textilgeschäfte. Nach Ostern soll eine andere Stadt in Thüringen Modellregion sein.(dav)