Weimar: Nach „feiger Tat“ in Buchenwald – selbst ER will bei Wiederaufbau helfen

Eine Gedenkstätte in Buchenwald in Weimar wurde von einem unbekannten Täter beschädigt. (Archivbild)
Eine Gedenkstätte in Buchenwald in Weimar wurde von einem unbekannten Täter beschädigt. (Archivbild)
Foto: IMAGO / Jürgen Ritter

Weimar. Sie waren eine Erinnerung an die gefallenen Opfer des Nazi-Regimes: Die Gedenkbäume in der Gedenkstätte Buchenwald in der Nähe von Weimar.

Am Mittwoch ist bekannt geworden, dass ein bislang unbekannter Täter die Bäume bei Weimar abgesägt hat. Die Gedenk-Stiftung erstattete sofort Anzeige.

Weimar: Grünen warnen vor rechtsextremen Strukturen

Die Grünen warnen vor einer deutlichen Ausprägung rechtsextremer Strukturen, die sich anhand dieses Beispiel sehen lassen würden. Vor kurzem waren nahe der Gedenkstätte Buchenwald sieben Gedenkbäume für Ermordete des NS-Regimes beschädigt worden. Davon war ein Baum der Ermordung von Kindern gewidmet.

Deshalb sieht die Grünen-Landeschefin Ann-Sophie Bohm jetzt dringend Handlungsbedarf: „Weimar hat ein Problem mit rechtsradikalen Strukturen. Es braucht jetzt entschlossenes Handeln der Stadtspitze, um dieses Klima der Verharmlosung zu beenden und klar zu zeigen: in Weimar gibt es keinen Platz für rechtsradikales Gedankengut.“

Weimar: Ramelow beteiligt sich an der Neupflanzung

Der Leiter der Gedenkstätten-Stiftung, Jens-Christian Wagner, sprach von einem „Schlag ins Gesicht der Opfer und ihrer Angehörigen“. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow meldete sich über Twitter zu Wort.

„Ich werde mich an der Neupflanzung beteiligen. Aber diese feige Tat schmerzt! Wenn Bäume abgesägt werden, weil man die Erinnerung an die Gräueltaten auslöschen will, dann begeht man die Tat erneut. Das sagt viel über die Haltung der Täter. Hass und Hetze zerstört die Herzen“, schrieb der Ministerpräsident zur Tat.

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Weimar: 10.000 Euro Belohnung zur Ergreifung des Täters

Sachdienliche Hinweise, die zu Ergreifung des Täters führen sollen mit einer Summe von 10.000 Euro belohnt werden. „Dieser barbarische und feige Zerstörungsakt darf nicht ohne Konsequenzen für diejenigen bleiben, die ihn verübt haben. Die Stadt Weimar wird zusätzlich zum ausgesetzten Belohnungsgeld auch bei der Beschaffung und Pflanzung von Ersatzbäumen unterstützen“, äußerte der Oberbürgermeister Peter Kleine diesbezüglich.

Der Buchenwald erinnert an die etwa 56.000 Menschen, die damals in der NS-Zeit getötet wurden. In den Lagern Buchenwald und Mittelbau-Dora kamen insgesamt mehr als 76.000 Männer, Frauen und Kinder durch die Hände von Nationalsozialisten um. Die gepflanzten Bäume sollen an sie erinnern. (ali)

Eine Frau geht zum Bahnhof nach Weimar und erlebt dort eine eher unschöne Entdeckung.