"Heil NSU!" Der Post eines angeblich unschuldigen V-Mannes?

Foto: Twitter/@KatharinaKoenig, mak

Die Ermittlungen um den Rechtsextremisten und ehemaligen V-Mann "Primus" Ralf Marschner standen im Mittelpunkt der jüngsten öffentlichen Sitzung des 3. Untersuchungsausschusses (NSU II). Hintergrund ist ein Bericht der Tageszeitung "Die Welt" von Anfang April, wonach Marschner in den Jahren 2000 bis 2002 das NSU-Mitglied Uwe Mundlos und möglicherweise auch dessen Komplizin Beate Zschäpe in seiner Abrissfirma in Zwickau beschäftigt haben soll.

Marschner wurde vom BKA zweimal in der Schweiz vernommen und hat dabei bestritten, die drei NSU-Mitglieder Mundlos, Zschäpe und Böhnhardt überhaupt gekannt zu haben. Zuletzt sorgte die Schlagzeile für Aufsehen, dass eine vom NSU-Untersuchungsausschuss angeforderte Akte zum V-Mann Ralf Marschner bei einem Hochwasser angeblich vernichtet worden sein soll.

Schockierender Eintrag wenige Tage nach Enttarnung des NSU

Die Obfrau der Linken im Ausschuss, Petra Pau, präsentierte während der Sitzung einen Facebook-Eintrag Marschners. Wenige Tage nach der Enttarnung des NSU im November 2011 schrieb er als Kommentar zur Nachricht eines Freundes unter seinem angeblichen Pseudonym: "Trink ordentlich! Heil NSU... Hahaha...". Der BKA-Beamte räumte ein, dieses Posting nicht gekannt zu haben.

Katharina König, Thüringer Landtagsabgeordnete der Linken, stellte den Post daraufhin auf Twitter. Ob es sich bei dem Kommentator wirklich um "Primus" handelt, daran habe sie keine Zweifel, erklärt sie auf TH24-Nachfrage. Es gebe Indizien aus diesem öffentlich zugänglichen Facebook-Profil, die die im Ausschuss vertretene Ansicht bestätigen würden.

Das Facebook-Profil spricht eine eigene Sprache

(hib/RIK/Deutscher Bundestag)