Die Rache der Antifa: Wohnung von Neonazi verwüstet

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Während des Fußballderbys zwischen BSG Chemie und 1. FC Lokomotive Leipzig am Sonntag, 13. November, suchte offenbar eine Gruppe von Antifa-Aktivisten eine Wohnung von einem Leipziger Neonazi auf. Bei dem Einbruch in Leipzip-Großschzocher wurde die komplette Wohnung verwüstet. Anschließend tauchten im Internet ein Bekennerschreiben und ein Video von der Tat auf.

Video: Antifa verwüstet Wohnung von Neonazi in Leipzig

Antifa zerstört Wohnung von Neonazi in Leipzig

Gegenüber der Leipziger Volkszeitung sagte ein Polizeisprecher, dass es sich um die Wohnung eines Lok-Fans handelt. Für den Mann habe ein Aufenthaltsverbot für den Stadtteil Leutzsch gegolten, wo das Fußballspiel stattfand. Gegen rund 150 gewaltbereite Lok-Fans wurden solche Verbote durch das Ordnungsamt zugestellt. Viele der Lok-Fans werden der Neonazi-Szene zugerechnet. Die Fans von BSG Chemie gelten hingegen eher als linksalternativ.

Die bislang unbekannten Täter zertrümmerten die Glastür zum Mehrgeschosser, schlugen mit einem Feuerlöscher gegen die Wohnungstür, bis diese der Wucht nachgab, und zerstörten anschließend alles, was ihnen in den Weg kam. Im Video ist zu sehen, wie ein Unbekannter mit einem Hammer die Kloschüssel zertrümmert, auf das Waschbecken schlägt, den Flachbildfernseher zerstört und ein Wandregal abschlägt. Ein weiterer Unbekannter spritzt mit dem Feuerlöscher eine schwarze Flüssigkeit gegen die Wände, Scheiben und Einrichtungsgegenstände. Im Video ist ein Hitlerbild neben dem Fernseher zu sehen.

Rache für Überfall auf Connewitz?

Auf der linken Internetseite "Indymedia linksunten" tauchte am Sonntagabend ein Bekennerschreiben und ein Video auf. Darin rechtfertigen sich die selbst ernannten Antifas. Laut dem Schreiben setzten sie Bitumen ein, um die Wohnung des Neonazis Istvan R. zu zerstören. Dieser sei ein "langjährig aktiver Neonazi, zeitweise Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion und aktiv bei den 'Jungen Nationaldemokraten', vorher "Freier Widerstand Leipzig' und 'Jugendsturm Leipzig'. Außerdem hätte er sich bei "Legida", dem Leipziger "Pegida"-Ableger, sowie den Angriffen in Leipzig-Connewitz am 11. Januar 2016 beteiligt.

Damals griffen Hooligans, Neonazis und Kampfsportler den als links geltenden Stadtteil am Rande einer "Legida"-Demonstration an. Bei dem Angriff in Connewitz wurden mehr als 20 Geschäfte und Kneipen beschädigt; eine Wohnung brannte aus. Fünf Polizisten wurden verletzt.