Revision

Mädchen von Gruppe vergewaltigt und gefilmt: Urteile aufgehoben

Seit Mittwoch wird vor dem Hamburger Landgericht erneut wegen der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen verhandelt. Den Angeklagten drohen höhere Strafen (Archivfoto).
Seit Mittwoch wird vor dem Hamburger Landgericht erneut wegen der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen verhandelt. Den Angeklagten drohen höhere Strafen (Archivfoto).
Foto: Christian Charisius / dpa
Vier junge Männer vergewaltigen eine 14-Jährige. Sie werden verurteilt, die meisten zu Bewährungsstrafen. Nun wird erneut verhandelt.

Hamburg.  Knapp zwei Jahre nach der Gruppenvergewaltigung einer 14-Jährigen in Hamburg-Harburg müssen sich die mutmaßlichen Täter erneut vor Gericht verantworten. Eine Große Strafkammer am Landgericht verhandelt von Mittwoch an über eine rechtliche Neubewertung der Tat.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte die Urteile des Hamburger Landgerichts aufgehoben, die Feststellung zum Tatgeschehen jedoch bestätigt. Demnach hatten sich drei Jugendliche und ein junger Mann am 11. Februar 2016 an dem betrunkenen Mädchen vergangen und die Taten in einer Wohnung mit dem Handy gefilmt.

15-Jährige wegen Beihilfe verurteilt

Dann hatten sie ihr Opfer frühmorgens bei eisiger Kälte in einem Hinterhof abgelegt. Ein Bewohner wurde auf das schreiende Mädchen aufmerksam und verständigte die Polizei. Sowohl die Hamburger Staatsanwaltschaft als auch drei der Angeklagten waren in Revision gegangen.

Das Landgericht hatte drei Jugendliche wegen gemeinschaftlich begangenen schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person, gefährlicher Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Eine damals 15 Jahre alte Angeklagte erhielt ebenfalls eine Bewährungsstrafe wegen Beihilfe.

Strafen könnten sich verschärfen

Der einzige Erwachsene auf der Anklagebank, ein 21-jähriger, sollte für vier Jahre ins Gefängnis. Die Jugendlichen hatten die Taten gestanden. Der 21-Jährige hatte den Geschlechtsverkehr mit der 14-Jährigen als einvernehmlichen Sex dargestellt, was ihm das Gericht nicht abnahm.

Der Bundesgerichtshof hat das Landgericht unter anderem aufgefordert, auch den Straftatbestand der Aussetzung zu prüfen: Von Aussetzung spricht man, wenn jemand eine Person in eine hilflose Lage und in Lebensgefahr bringt. Sollte die Strafkammer das nun bejahen, könnten sich die Strafen verschärfen.

Opfer stand unter Obhut des Jugendamtes

In dem Verfahren geht es in erster Linie um den Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person – der Gesetzgeber bezeichnet diese Straftat inzwischen auch als Vergewaltigung.

Das 14-jährige Mädchen hatte zur Tatzeit unter der Obhut des Jugendamtes gestanden. Eine 15 Jahre alte Mitbewohnerin hatte es mit zu der Geburtstagsfeier in Harburg genommen. Dort tranken die Jugendlichen zum Teil erhebliche Mengen Alkohol, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Richter: Mädchen „wie Müll weggeworfen“

Die 14-Jährige hatte zunächst einvernehmlichen Sex mit einem 16-Jährigen. Als sie anschließend alkoholbedingt widerstandsunfähig war, missbrauchte der 21-Jährige sie, dann taten dies den Erkenntnissen zufolge die drei anderen jungen Männer.

Als das Mädchen zu schreien begann, legten drei der Angeklagten es kaum bekleidet bei eisiger Temperatur im Hinterhof ab. Die Täter hätten die 14-Jährige wie Müll weggeworfen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung im Oktober 2016. Im Krankenhaus musste das Mädchen auf der Intensivstation behandelt werden.

Rassismus-Skandal

US-Rapper P. Diddy bietet H&M-Jungen Millionenvertrag

US-Musiker P. Diddy hat sich in den Skandal um die Werbeaktion der Modekette H&M eingeschaltet.
US-Musiker P. Diddy hat sich in den Skandal um die Werbeaktion der Modekette H&M eingeschaltet.
Foto: Justin Lane / dpa
Die Empörung über die missglückte Werbung der Modekette H&M war groß. Das Kindermodel könnte nun eine lukrative Entschädigung bekommen.
Mehr lesen