Beziehungen

So funktioniert das Geschäft mit der Partnersuche im Netz

Viele Online-Profile zeichnen ein Bild vom scheinbar perfekten Partner. Häufig ist nichts davon wahr.
Viele Online-Profile zeichnen ein Bild vom scheinbar perfekten Partner. Häufig ist nichts davon wahr.
Foto: iStock
Viele Online-Kontaktbörsen präsentieren gefälschte Profile – und geben das auch ganz unverblümt zu. Worauf Mitglieder achten sollten.

Berlin.  „Flirten, Chatten, Freunde finden! So flirtet man heute ...“, wirbt die Online-Singlebörse Quaaxx.de auf ihrer Webseite um Kunden. Die Besucher sehen eine junge Frau, die einem adrett gekleideten Mann tief in die Augen blickt, beide strahlen. Keine tiefen Dekolletés, keine muskelbepackten Männer – alles wirkt seriös. „Kein Abo, hohe Flirtchancen, keine Verpflichtungen, keine versteckten Kosten“, heißt es auf der Internetseite weiter.

Und doch ist Vorsicht geboten. Denn wie das Geschäft auf Dating- und Flirtportalen im Internet funktioniert, zeigen häufig schon die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Es handele sich um einen moderierten Dienst, lässt sich in den AGB von Quaaxx.de nachlesen. „Die Moderation dient dazu, die Aktivitäten über das Portal und damit die Umsätze des Betreibers zu erhöhen“, heißt es.

Und ganz unverblümt: „Dazu legen Moderatoren, die vom Betreiber beschäftigt werden, eine Vielzahl von Profilen fiktiver Personen an und geben sich als diese fiktive Person aus. (...) Es ist davon auszugehen, dass es sich bei sämtlichen weiblichen Profilen um fiktive Profile handelt, die von Moderatoren betrieben werden.“

Viele Portale nutzen Lockvogelangebote

Die Masche, die dahintersteckt, ist einfach. Die Moderatoren hinter den ­Fake-Profilen versuchen, die liebestollen Nutzer auf kostenpflichtige Dienste zu locken. Auch zahlreiche andere Portale nutzen solche Lockvogelangebote. Den „richtigen Partner für eine erfüllende und langfristige Beziehung“ zu finden, wie es das auf den ersten Blick seriös wirkende Portal PremiumKontakte verspricht, ist schwierig, wenn man es mit einem Scheinprofil zu tun hat.

Auch bei PremiumKontakte sind Moderatoren am Werk, die hier allerdings Controller heißen. Den AGB zufolge dienen sie insbesondere dazu, „eine Austauschmöglichkeit auch bei einem temporären Mangel an sonstigen (externen) Teilnehmern zu gewährleisten“.

187 Online-Dating-Portale mit Fake-Profilen

187 Online-Dating-Portale arbeiten mit Fake-Profilen, hat das Marktwächter-Team der Verbraucherzentralen in Deutschland herausgefunden. Sie weisen – allerdings meist versteckt in den AGB oder an einer anderen Stelle auf der Startseite – häufig sogar selbst auf diese Praktiken hin. „Chancen zum Kennenlernen eines potenziellen Partners gibt es bei Fake-Profilen nicht, obwohl mit echten Kontakten geworben wird“, kritisiert Marktwächter-Teamleiterin Susanne Baumer. Die Verbraucherzentralen haben aber nicht nur alle Portale aufgelistet, die mit Fake-Profilen arbeiten, sondern auch Sätze aus den AGB, die auf die fiktiven Profile hinweisen. Neben den bereits genannten sind das etwa: „Ein männliches Profil kann von einer weiblichen Moderatorin, ein weibliches Profil von einem männlichen Moderator betrieben werden.“

Oder: „Sie erklären sich damit einverstanden, dass diese Profile ausschließlich für Ihre Unterhaltung sind.“ Oder: „Aus dem Umstand, dass zu einem Profil Kontaktdaten angegeben werden, kann nicht gefolgert werden, dass sich hinter dem Profil eine wirklich existierende Person verbirgt.“ Ist die Hoffnung, im Internet die große Liebe zu finden, also aussichtslos?

Kontaktbörsen und Partnervermittlungen sind nicht dasselbe

Oft reicht schon ein Blick in den Freundeskreis, um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Und tatsächlich rangiert das Internet als Ort, an dem Paare sich kennen- und lieben lernen, laut Verbraucherzentrale in der Beliebtheit bereits an dritter Stelle. Doch was sollte man beachten, wenn man im Netz nach dem Traumpartner sucht?

Zunächst einmal ist es hilfreich, zwischen Kontaktbörsen und Partnervermittlungen zu unterscheiden, teilt die Verbraucherzentrale mit. Bei Kontaktbörsen stelle der Anbieter lediglich die Plattform zur Verfügung, auf der der Suchende – meist kostenfrei – ein Profil anlegen kann. Auf die Suche nach dem oder der Richtigen muss der Nutzer dann selbst gehen.

Es gibt keine Garantie für den Volltreffer

In der Regel fallen Kosten erst an, wenn ein Nutzer mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten möchte und dafür beispielsweise eine Premiummitgliedschaft nutzt, so die Verbraucherzentrale. Bei Kontaktbörsen werde „gechattet und geflirtet, was das Zeug hält“. Doch nicht jeder sei auf der Suche nach einer Beziehung.

Bei Partnervermittlungen wird den Nutzern die Suche nach einem geeigneten Partner auf Grundlage von Persönlichkeitstests oder -fragebögen abgenommen. Eine Garantie für einen Volltreffer ist das aber auch nicht. Der Service sei zwar deutlich teurer, aber kaum erfolgversprechender als Singlebörsen, wie eine Untersuchung von Stiftung Warentest im Februar 2016 zeigte.

Gerade Partnervermittlungen gehen schnell ins Geld

Stimmten persönliche Angaben nicht überein, fielen manche Nutzer durch das Raster, begründet die Verbraucherzentrale. Auch wenn Suchende ein idealisiertes Bild von sich erstellten, erhielten sie nicht immer die passenden Zuschriften. „Werden über eine lange Strecke immer wieder neue Angebote offeriert und ausprobiert, kann die Partnervermittlung im Netz ganz schön ins Geld gehen“, warnen die Verbraucherschützer.

Um den richtigen Partner zu finden, gilt wohl bei der Online-Partnersuche das Gleiche wie im wahren Leben auch: den Menschenverstand einschalten und im Zweifel ein gesundes Maß an Misstrauen walten lassen.

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