WM 2018

ARD-Sportchef fand Philipp Lahm als WM-Experten zu blass

Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm war während der Fußball-WM 2018 in Russland als Experte für die ARD im Einsatz. Der Sender übt nun allerdings Kritik.
Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm war während der Fußball-WM 2018 in Russland als Experte für die ARD im Einsatz. Der Sender übt nun allerdings Kritik.
Foto: Roland Weihrauch / dpa
Die ARD hat sich von ihrem WM-Experten Philipp Lahm mehr erhofft. Man habe sich deutlichere Einschätzungen des Weltmeisters gewünscht.

Berlin.  ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky hat Kritik an seinem WM-Experten Philipp Lahm geübt. Er habe sich während der Fußball-WM „manchmal eine noch etwas klarere Analyse in unserem Format gewünscht“, sagte Balkausky der „Sport Bild“.

Den Weltmeister-Kapitän von 2014 im Team zu haben, „war aufgrund seiner Erfahrung sicher sehr belebend, manchmal hätten wir uns aber noch mehr von diesem Erfahrungsschatz und noch deutlichere Einschätzungen gewünscht“, ergänzte er.

Lahm (34) hatte sich während des Turniers in Russland im ARD-Format „Weltmeister im Gespräch“ wenig meinungsstark gezeigt. Vergangene Woche hatte der frühere DFB-Kapitän dann allerdings im sozialen Netzwerk LinkedIn mit seiner deutlichen Kritik an Bundestrainer Joachim Löw für Aufsehen gesorgt.

Lahm-Kritik an Löw - "Muss Führungsstil ändern"
Lahm-Kritik an Löw - "Muss Führungsstil ändern"

Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Lahm offen

Man werde mit Lahm „sicherlich noch einmal grundsätzlich über unsere gemeinsamen Sendungen sprechen“, kündigte Balkausky an, „bislang gab es dazu allerdings noch keine Möglichkeit“.

Ob es eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geben wird, ist offen. „Wie wir uns in Zukunft aufstellen, werden wir im Anschluss an die WM in Ruhe und gemeinsam mit den ARD-Sportchefs besprechen und entscheiden“, sagte Balkausky.

ARD-Sportchef nimmt Lahm aber auch in Schutz

Der Sportkoordinator äußerte aber auch ein gewisses Verständnis für Lahm. Es helfe „ein wenig Abstand zu den Geschehnissen auch bei der Bewertung einer Lage“, sagte er, „und diese Zeit des Nachdenkens hat sicherlich auch Philipp Lahm geholfen, manche Dinge jetzt klarer formulieren zu können also noch vor zwei Wochen“.

(sid)