Arbeitskampf

Ryanair-Streik: Piloten schließen weitere Streiks nicht aus

Ryanair-Streik: Zwischen Verzweiflung und Verständnis – der Tag am Flughafen

Ryanair-Streik: Reporterin Johanna Rüdiger war an der größten deutschen Basis von Ryanair unterwegs und hat mit verzweifelten, aber auch verständnisvollen, Passagieren gesprochen.

Ryanair-Streik: Reporterin Johanna Rüdiger war an der größten deutschen Basis von Ryanair unterwegs und hat mit verzweifelten, aber auch verständnisvollen, Passagieren gesprochen.

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Ryanair droht der größte Streik der Unternehmensgeschichte – mitten in der Urlaubszeit. Wir berichten von den aktuellen Entwicklungen.

Berlin.  Die Pilotengewerkschaft Cockpit hat zu einem Streik bei Ryanair aufgerufen. Gemeinsam mit ihren Kollegen in anderen europäischen Ländern legten die Piloten am Freitag ihre Arbeit nieder.

Betroffen vom Streik der deutschen Piloten waren fast alle Verbindungen des Billigfliegers, die zwischen Freitagfrüh um 3.01 Uhr und Samstagfrüh um 2.59 Uhr aus Deutschland abfliegen sollten. Der Streik kam mitten in der Hauptreisezeit und dürfte die Planungen vieler Touristen zunichte machen.

Von den aktuellen Entwicklungen zum Streik von Ryanair berichten wir in unserem Newsblog:

Samstag, 11. August

+++ 9.01 Uhr: Pilotengewerkschaft fordert Kompromissbereitschaft von Ryanair +++

Nach dem 24-Stunden-Streik bei Ryanair hat die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den irischen Billigflieger zu ernsthaften Verhandlungen aufgefordert. „Wir erwarten von Ryanair einen Lösungsansatz und Kompromissbereitschaft“, sagte VC-Präsident Martin-Joachim Locher der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Allerdings habe die Airline „mit der Aussage, dass es keine Personalkostenerhöhung geben darf, (...) bereits jeglichen Ansatz für ordentliche Verhandlungen gestoppt“.

Der in der Nacht zum Freitag gestartete Arbeitskampf sollte nicht verlängert werden, wie die Gewerkschaft mitteilte. Weitere Streiks schließt die VC aber nicht aus.

Freitag, 10. August

+++ 13.42 Uhr: Ryanair-Streik: Rückflug an anderem Tag nicht kostenfrei stornierbar +++

Von einem Pilotenstreik betroffene Reisende haben nur einen Anspruch auf Umbuchung oder Stornierung der Flüge am tatsächlichen Streiktag – nicht hingegen für spätere Rückflüge.

Darauf weist der Reiserechtsexperte Ernst Führich aus Kempten hin. Für Ersatzleistungen und mögliche Ausgleichszahlungen kommen seinen Angaben zufolge nur die Flüge in Betracht, die direkt vom Streik betroffen sind, nicht aber geplante Beförderungen an anderen Tagen – selbst dann, wenn diese unter der gleichen Buchungsnummer laufen.

„Auch wenn es sich um gemeinsam gebuchte Hin- und Rückflüge handelt, es sind getrennte Flüge“, stellt Führich klar. Reisende haben daher keinen Anspruch darauf, kostenfrei von den späteren Rückflügen zurückzutreten, wenn ihr Hinflug annulliert wurde.

+++ 12.30 Uhr: Streik bei Ryanair: Chaos an NRW-Flughäfen bleibt aus +++

Der Streik bei Ryanair hat am Freitag auch Flugreisende in NRW betroffen. Dutzende Flüge fielen an den größeren Flughäfen im Bundesland aus, allein in Köln/Bonn rund die Hälfte der für diesen Tag angesetzten Ryanair-Flüge. Die Passagiere hatten sich allerdings gut darauf eingestellt. „Ein Großteil von ihnen war bereits zuvor von der Fluggesellschaft informiert worden und sind gar nicht erst zum Flughafen gekommen“, sagte ein Sprecher. Nur vereinzelt habe es Nachfragen gegeben.

Ähnlich gestaltete sich die Situation am größten NRW-Flughafen Düsseldorf. Zwölf Starts und Landungen wurden hier annulliert, acht davon betrafen Strecken, die Ryanair für die Fluggesellschaft Laudamotion bediente. Verwirrte Fluggäste habe es nach ersten Erkenntnissen aber keine gegeben, sagte eine Sprecherin. Der Tagesbetrieb laufe völlig normal.

+++ 11.17 Uhr: Streik bei Ryanair endet definitiv am Samstag +++

Der Streik der in Deutschland stationierten Ryanair-Piloten endet wie angekündigt am Samstag um 02.59 Uhr. Eine Verlängerung sei nicht geplant, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, Janis Schmitt, am Freitag in Frankfurt. „Wir werden uns den heutigen Tag anschauen und bewerten. Wir hoffen, dass Ryanair unser Signal verstanden hat und dann zu ernsthaften Verhandlungen bereit ist.“

Aus Sicht der Gewerkschaft hat das Unternehmen rational gehandelt, da man so sämtliche betroffenen Passagiere rechtzeitig informieren konnte. Das sei durchaus auch im Sinne der Piloten. Auch stünden die Flugzeuge nach einem Tag Pause am Samstagmorgen wieder dort, wo sie benötigt würden.

Bislang gebe es noch kein Signal des Unternehmens zur Fortsetzung der Tarifverhandlung, erklärte die VC. Weitere Streiks will die Gewerkschaft nicht ausschließen. „Wenn da nichts kommt, können wir uns auch weitere Aktionen vorstellen“, sagte Schmitt.

+++ 11.13 Uhr: So reagieren die Passagiere auf den Ryanair-Streik +++

Der Streik bei Ryanair kommt mitten in der Urlaubszeit. Am Flughafen zeigen die meisten Passagiere dennoch Verständnis für den Streit der Piloten. Viele kritisieren die Arbeitsbedingungen. „Sie haben mein vollstes Verständnis“, sagte einer. Mehr Reaktionen gibt es in unserem Video:

Das sagen Passagiere zum Streik bei Ryanair

Der größte Ryanair in der Geschichte der Airline kommt mitten in der Urlaubszeit. Das sagen Passagiere dazu.
Das sagen Passagiere zum Streik bei Ryanair

+++ 9.47 Uhr: Warum wir als Passagiere am Ryanair-Streik Mitschuld tragen +++

Alle wollen billige Flüge – aber keine Streiks? Dabei tragen wir eine Mitschuld, wenn Piloten ihre Arbeit niederlegen, um gegen widrige Arbeitsbedingungen zu protestieren, schreibt unser Redakteur Walter Bau in seinem Kommentar.

Wenn wir für 19,90 Euro mal eben für einen Kulturtrip nach Barcelona oder zum verlängerten Party-Wochenende nach Malle jetten, dann mögen wir uns über das Schnäppchen freuen. Einen hohen Preis zahlen wir trotzdem – wenn auch auf anderem Weg.

+++8.45 Uhr: Liste der ausgefallenen Flüge +++

In Deutschland fallen an diesem Freitag etwa 250 Flüge aus. Diese Städte und Regionen sind besonders betroffen. Eine Liste der Flüge finden Sie hier.

• NRW: In Nordrhein-Westfalen sind die Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Weeze von den Flugausfällen betroffen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden nach Angaben eines Sprechers 28 der 54 für den Freitag angesetzten Ryanairflüge annulliert, in Düsseldorf seien es 12. Am Ryanair-Stützpunkt Weeze wurden 16 der insgesamt 19 angesetzten Verbindungen gestrichen, sagte ein Flughafensprecher.

• Berlin: Besonders betroffen ist der Flughafen Schönefeld, wo Ryanair neun Flugzeuge stationiert hat. Dort fallen nach Flughafen-Angaben voraussichtlich 32 von 48 Flügen aus. In Tegel sind 4 der 10 Flüge gestrichen, die die irische Fluggesellschaft dort für Laudamotion übernimmt.

• Hamburg: Am Hamburger Flughafen fallen Dutzende Flüge aus. Gestrichen wurden jeweils sechs Abflüge und Ankünfte, wie eine Flughafen-Sprecherin mitteilte. Die Maschinen sollten unter anderem von und nach London-Stansted, Verona und Oslo fliegen.

• Bremen: Auch am Flughafen Bremen fallen Flieger aus. Betroffen nach Flughafenangaben sechs Hin- und sechs Rückflüge. Nicht gestrichen werden die Flugverbindungen nach London am Nachmittag und nach Mailand.

• Nürnberg: In Nürnberg fallen am Freitag jeweils sieben Hin- und Rückflüge aus. Betroffen sind unter anderem Verbindungen nach London, Madrid und Rom.

Memmingen: In Memmingen m Allgäu sind es nur sechs Flüge die ausfallen - drei Hin- und auch drei Rückflüge., Ziel: Thessaloniki. Sevilla und Warschau.

+++ 8.13 Uhr: Trotz Ryanair-Streik: Betrieb am Flughafen Schönefeld in Berlin +++

Unsere Reporterin Johanna Rüdiger ist auf dem Flughafen Schönefeld in Berlin, der größten deutschen Basis von Ryanair. Dort gehe fast nichts mehr, schreibt sie auf Twitter. Obwohl ein paar Ryanair-Maschinen dann doch noch abheben, wie sie beobachtet hat.

Ryanair-Streik: So ist die Situation am Flughafen Berlin-Schönefeld

Der Streik der Ryanair-Piloten könnte der größte der Unternehmensgeschichte werden. Doch nicht alle Maschinen bleiben still, wie unsere Reporterin Johanna Rüdiger auf dem Flughafen Schönefeld beobachten konnte.
Ryanair-Streik: So ist die Situation am Flughafen Berlin-Schönefeld

+++ 5.01 Uhr: Die Maschinen stehen seit 3.01 Uhr still +++

Es ist der größte Streik in der Geschichte von Ryanair: Seit 3.01 Uhr an diesem Morgen stehen die Maschinen an vielen deutschen Flughäfen still. Tausende Kunden des irischen Billigfliegers werden nicht an ihr gewünschtes Ziel kommen.

Das Unternehmen hat von 2400 geplanten Flügen rund 400 gestrichen. Schwerpunkt ist Deutschland: Die Vereinigung Cockpit (VC) hat 250 Flüge abgesagt.

Damit könnte es auch zahlreiche Unschuldige treffen: Denn die neue Streikwelle kommt mitten in der Hauptreisezeit und trifft viele Urlauber . Die Piloten von Ryanair hatten Ende Juli in einer Ur-Abstimmung für den Streik gestimmt .

Donnerstag, 9. August

+++ 20.15 Uhr: Flugausfälle auch in NRW +++

Allein am Flughafen Köln/Bonn sind mehr als die Hälfte der für Freitag angesetzten Ryanairflüge gestrichen wurden, wie ein Sprecher mitteilte. Von 54 Starts und Landungen seien 28 annulliert worden, hieß es.

Auch am Flughafen Düsseldorf wurden sechs Verbindungen, also insgesamt 12 Flüge, abgesagt. Zwei Verbindungen beträfen Ryanair, vier weitere Laudamotion. Und am Ryanair-Stützpunkt Weeze wurden 16 der insgesamt 19 für diesen Tag angesetzten Abflüge annulliert, wie ein Sprecher sagte. Die Passagiere seien bereits informiert.

Streik bei Ryanair: Was Kunden jetzt wissen müssen

+++ 19.42 Uhr: Ein Dutzen Flüge in Hamburg gestrichen +++

In Hamburg sind jeweils sechs Abflüge und Ankünfte gestrichen worden, wie eine Flughafen-Sprecherin mitteilte. Die Maschinen sollten unter anderem von und nach London-Stansted, Verona und Oslo fliegen. Als erstes steht die Maschine um 6.40 nach Stansted auf der Streichliste.

+++ 19.55 Uhr: Gericht in den Niederlanden erlaubt Streik der Ryanair-Piloten +++

Niederländische Ryanair-Piloten dürfen wie geplant am Freitag streiken. Das entscheid ein Gericht in Haarlem am Donnerstagabend und wies damit die Forderung der irischen Fluggesellschaft nach einer einstweiligen Verfügung zurück.

Die Pilotengewerkschaft der Niederlande hatte einen eintägigen Streik für Freitag angekündigt, um einen Tarifvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen zu erzwingen. Die irische Billigfluggesellschaft wollte dies vor Gericht verhindern und ein Streikverbot für die gesamte Sommerperiode erreichen.

Ryainair Streik könnte langwierig werden

Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit entschuldigt sich für Unannehmlichkeiten bei den Passagieren, sieht das Ryanair Personal jedoch zu hartnäckigem Kampf bereit.
Ryainair Streik könnte langwierig werden

Vom Streik sind insgesamt 22 Flüge betroffen, elf sollten vom Regionalflughafen Eindhoven abfliegen, weitere elf sollten dort wieder landen.

+++ 19.29 Uhr: Drei Dutzend Ryanair-Flüge in Berlin gestrichen +++

Der bundesweite Pilotenstreik bei Ryanair trifft auch mehrere tausend Passagiere in Berlin und Brandenburg. Gestrichen wurden nach Angaben des Flughafens 32 von 48 Ryanair-Flügen ab Schönefeld sowie 4 der 10 Flüge, die die irische Fluggesellschaft ab Tegel für Laudamotion übernimmt. Ryanair und Laudamotion teilten mit, die betroffenen Passagiere seien am Mittwoch informiert worden.

+++ 18.31 Uhr: Reisende nach London und Mailand ab Bremen haben Glück +++

In Bremen sind am Freitag nach Flughafenangaben sechs Hin- und sechs Rückflüge betroffen. Nicht gestrichen werden die Flugverbindungen nach London am Nachmittag und nach Mailand.

+++ 16.51Uhr: Italienische Gewerkschaften wollen mit Ryanair verhandeln +++

Der irische Billigflieger Ryanair startet Ende August in Italien Verhandlungen mit Gewerkschaften über einen Tarifvertrag für Flugbegleiter. Die Gespräche sollen am 27. August beginnen und drei Tage dauern, teilten die Pilotengewerkschaften Anpac und Anpav sowie die Transportvereinigung Fit-Cisl laut Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag mit.

Die Gewerkschaften wollen demnach unter anderem durchsetzen, dass Ryanair mehr Mitarbeiter direkt anstellt, statt diese über Recruitingfirmen anzuheuern. Im Juni hatte Ryanair Anpac und Anpav formal als Gewerkschaftsorganisationen für das Kabinenpersonal anerkannt, was den Weg für Verhandlungen ebnete.

+++ 16.19 Uhr: So wollen Airlines und Flughäfen weiteres Chaos verhindern +++

Flugpassagiere brauchen in diesem Sommer starke Nerven: Lange Warteschlangen, Verspätungen und Streichungen sind an der Tagesordnung. Flughäfen und Airlines rufen nun Politik und Verwaltung zu Hilfe. „Es müssen viele Akteure zusammenarbeiten, um die Engpässe zu beheben“, sagte Klaus-Dieter Scheurle, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft.

Ryanair: Fluggäste bekommen kein Geld als Entschädigung

Um die Probleme zu lösen, setzen Airlines, Flughäfen und Flugsicherung laut Scheurle mehr Geld und Personal ein. Die Branche forderte zugleich aber mehr Engagement von der Politik und Behörden wie dem Zoll und der Bundespolizei.

+++ 15.33 Uhr: Piloten-Streik bei Ryanair trifft 55.000 Passagiere +++

Der Pilotenstreik bei Ryanair in mehreren europäischen Ländern trifft an diesem Freitag rund 55.000 Passagiere – davon 42.000 allein in Deutschland.

Die irische Gesellschaft hat jeden sechsten ihrer rund 2400 geplanten Europaflüge abgesagt, weil in Deutschland, Belgien, Schweden, Irland und den Niederlanden die jeweiligen Pilotengewerkschaften ihre Mitglieder zu 24-Stunden-Streiks aufgerufen haben. Von den rund 400 Flugabsagen betreffen 250 die in Deutschland stationierten Maschinen und Crews.

Die Auswirkungen des auf 24 Stunden begrenzten Streiks werden an den deutschen Flughäfen voraussichtlich vor allem am frühen Morgen und ab dem Nachmittag zu spüren sein.

+++ 14.38 Uhr: Nicht alle Ryanair-Flieger bleiben am Boden +++

Am Freitag wird es an deutschen Flughäfen Starts und Landungen von Ryanair-Maschinen geben, die aus nicht bestreikten Ländern kommen. Rund ein Drittel der deutschen Passagiere werde so bedient, sagt das Unternehmen, das aber keine Liste der gestrichenen Flüge herausgibt. Betroffene Kunden sollen individuell informiert werden.

+++ 11.52 Uhr: Erste Flüge in Frankfurt und Hahn abgesagt

Die Fluggesellschaft Ryanair hat wegen des angekündigten Pilotenstreiks erste Flüge an den Flughäfen Frankfurt und Hahn für Freitag gestrichen. Auf den Webseiten der Flughafenbetreiber erschienen zunächst 14 abgesagte Verbindungen am Morgen, weitere können folgen.

Es sind aber nicht alle Ryanair-Flüge betroffen, da eine Vielzahl von Flügen mit Maschinen und Crews aus nicht bestreikten Ländern erledigt wird. Ryanair hat zugesagt, alle betroffenen Passagiere zu informieren und ihnen Umbuchungen oder Erstattungen anzubieten.

+++ 10.32 Uhr: Ryanair will vor Gericht Pilotenstreik in Niederlanden verhindern +++

Die irische Fluggesellschaft Ryanair will mit einer einstweiligen Verfügung einen Streik der Piloten in den Niederlanden verhindern. Ein Gericht in Haarlem sollte noch am Donnerstag über die Klage entscheiden.

Die Pilotengewerkschaft der Niederlande hatte einen eintägigen Streik für Freitag angekündigt, um einen Tarifvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen zu erzwingen. Die irische Billigfluggesellschaft hatte Klage eingereicht und will ein Streikverbot für die gesamte Sommerperiode erreichen.

Piloten streiken bei Ryanair – die wichtigsten Fragen im Überblick:

Wie lange streikt Ryanair?

Der Streik dauert von 3.01 Uhr am Freitag um bis 2.59 Uhr am Samstag. Laut Ryanair sollen am Freitag 250 Flüge gestrichen werden.

Wie kann ich Ryanair über die Hotline erreichen?

Von Deutschland aus ist die Hotline von Ryanair: 0180/667 788. Sie ist von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, am Samstag von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr zu erreichen, wie es auf der Internetseite heißt.

Gibt es eine Liste über die gestrichenen Flüge?

Eine Liste über die wegen des Streiks annulierten Flüge hat Ryanair nicht veröffentlicht – und wird die Airline auch nicht: Betroffene Kunden sollen individuell informiert werden. Passagiere können sich zudem auf dieser Internetseite informieren, ob ihr Flug vom Streik betroffen ist.

Die Seite „Reisereporter“ hat jedoch alle annulierten Flüge in einer Liste gesammelt.

Wie buche ich einen Ryanair-Flug um?

Ist ein Flug annulliert worden, kann man bei Ryanair kostenfrei umbuchen. Ist er wegen des Streiks annulliert worden, wird sogar der Kaufpreis erstattet. Falls eine Umbuchung nicht am selben Tag möglich ist, sollte Ryanair kontaktiert werden, wie die Airline in ihrem FAQ auf ihrer Internetseite schreibt.

Bekomme ich eine Entschädigung, wenn mein Ryanair-Flug ausfällt?

Streiken Piloten, haben Reisende keinen Anspruch auf Entschädigung bei Ausfällen oder Verspätungen ihrer Flüge von mehr als drei Stunden. Denn laut einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2012 handelt es sich um höhere Gewalt. Die Airline muss allerdings alles tun, was in ihrer Macht steht, um die Folgen des Streiks zu minimieren Wie gesagt bietet Ryanair den Kunden aber Umbuchungen und die Ersattung des Ticketpreises an.

Was ist, wenn ich im Urlaub wegen des Streiks festsitze?

Stranden Passagiere wegen des Streiks vorübergehend an Flughäfen, so muss die Fluggesellschaft sie betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle verantwortlich ist. Passagiere haben Anspruch auf Verpflegung. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline die Übernachtung im Hotel übernehmen.

Was gilt bei Pauschalreisen?

Ist der Ryanair-Flug Teil einer Pauschalreise, ist nicht die Airline der Ansprechpartner, sondern der Reiseveranstalter. Er ist nach Angaben der Verbraucherzentralen auch bei Streiks verantwortlich für Kosten, die Reisenden durch eine Verspätung entstehen. Das können zum Beispiel Ausgaben für Verpflegung, Unterkunft, Taxifahrten und Telefonate sein.

Bei großen Verspätungen können Pauschalreisende außerdem den Reisepreis mindern. Dafür gibt es den Angaben zufolge Rechentabellen: Ab fünf Stunden Verspätung können Urlauber pro Stunde Verspätung fünf Prozent des anteiligen Tagespreises zurückfordern. (bekö/dpa)