Infektion

Bericht: Polnische Erdbeeren haben Hepatitis A ausgelöst

Erdbeeren aus Polen haben zu Infektionen mit Hepatitis A geführt.
Erdbeeren aus Polen haben zu Infektionen mit Hepatitis A geführt.
Foto: Jan Woitas / dpa
In Österreich und Schweden haben sich Kunden durch Erdbeeren mit Hepatitis A infiziert. Was die Behörden den Verbrauchern nun raten.

Wien.  Polnische Erdbeeren haben in zwei europäischen Ländern Verbraucher mit Hepatitis A infiziert. Forscher konnten die Erkrankung darauf zurückführen, dass die Erkrankten zuvor Erdbeeren verzehrt hatten, die von einem polnischen Erzeuger stammen.

Im Auftrag des österreichischen Gesundheitsministeriums hat die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) die Krankheitsfälle untersucht. Sie konnte nachweisen, dass seit Juli dieses Jahres in 15 Fällen die gleiche Virenart zu einer Erkrankung geführt hatte. Die Ausbruchsquelle liege „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ in gefrorenen Erdbeeren aus Polen.

Verbraucher wurden nun aufgefordert, gefrorene Erdbeeren vor dem Verzehr zu Erhitzen. Beim Erhitzen stirbt der Erreger ab.

Das sind die Keimschleudern im Haushalt

Für das Portal Eurosurveillance haben Forscher zudem 20 Fälle aus Schweden untersucht, die auf die gleiche Quelle zurückgeführt werden konnten. In den Fällen aus Schweden konnte sogar das Virus auf den Erdbeeren nachgewiesen werden. Für die österreichischen Fälle steht dieser Nachweis noch aus.

Das sind die Symptome bei Hepatitis A

Die Erdbeeren sind nach Angaben der Forscher über den Großhandel an mehrere Händler gegangen. In Österreich sind mindestens 13 Einzelhändler mit den gefrorenen Früchten beliefert worden. Auch zwei Großküchen für Krankenhäuser, zwei Einzelhändler in der Slowakei und ein Eishersteller in Italien haben die Tiefkühlerdbeeren abgenommen.

Die Fälle in Schweden und Österreich gehen zwar auf denselben Produzenten, aber wohl nicht auf dieselben Zwischenhändler zurück. Ob die Erdbeeren auch auf den deutschen Markt gekommen sind, war zunächst unklar.

Hepatitis A wird nach Angaben des Robert-Koch-Institutes (RKI) besonders häufig durch Lebensmittel wie Muscheln oder Austern, aber auch durch Gemüse übertragen, das mit Fäkalien gedüngt wurde. Im Mai hatte der Discounter Lidl einen Algensalat zurückgerufen, weil darin Hepatitisviren gefunden worden waren.

Grippeschutzimpfung: Fünf Mythen im Check

Symptome einer Infraktion mit Hepatitis A sind Magen- und Darmbeschwerden und gelegentlich eine erhöhte Körpertemperatur. Zudem können Hautjucken und Hautentzündungen auftreten. Infizierte Patienten sollten laut RKI weitestgehend isoliert werden. Für Krankenhäuser wird geraten, dass die Patienten eine eigene Toilette benutzen. Vorbeugend gegen den Virus wirkt eine Impfung.