AfD gibt nach brutaler Attacke auf Frank Magnitz Pressekonferenz – doch Alexander Gauland spricht nur über eine Sache

AfD-Chef Alexander Gauland bei der Pressekonferenz der AfD nach der Attacke auf AfD-Politiker Frank Magnitz.
AfD-Chef Alexander Gauland bei der Pressekonferenz der AfD nach der Attacke auf AfD-Politiker Frank Magnitz.
Foto: Screenshot
  • Nach dem Angriff auf Frank Magnitz gibt die AfD eine Pressekonferenz
  • Doch Alexander Gauland kreist nur um sich selbst und seine angeblich stets unfair behandelte AfD
  • Ein Kommentar

AfD-Chef Alexander Gauland startet die Pressekonferenz als beleidigte Leberwurst.

Eigentlich ging es um den brutalen Überfall auf den Bremer AfD-Politiker Frank Magnitz. Drei Vermummte hatten den 66-Jährigen auf offener Straße niedergeschlagen, ihn gegen den Kopf getreten, als er schon hilflos am Boden lag.

Wie es Magnitz geht, darüber spricht Alexander Gauland nicht. Es gibt auch keine Genesungswünsche. Gauland startet stattdessen lieber mit AfD-Selbstmitleid. „Ich würde mir auch manchmal für unsere inhaltlichen Aussagen so viele Kameras wünschen", sagt er in Mikros der Journalisten und guckt dabei wie der enttäuschte Onkel, den man zu Weihnachten vergessen hat anzurufen.

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Der „Mordversuch“ auf Frank Magnitz sei die Folge davon, dass die AfD immer wieder ausgegrenzt werde. Das sehe man ja im Bundestag, etwa daran, dass die AfD-Abgeordnete Mariana Harder-Kühnel bei der Wahl zur Bundestags-Vizepräsidentin nicht gewählt worden sei (Klammer auf - Weil die gemeinen anderen Bundestagskinder uns nie beim Rundlauf mitspielen lassen - Klammer zu). „Das haben sie jetzt davon", sagt er.

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Und meint - das steht zu befürchten - den Angriff auf Frank Magnitz. Da liegt ein Mann nach einem traumatisierenden Angriff mit einer üblen Kopfwunde im Krankenhaus - und Alexander Gauland sagt: „Das haben sie jetzt davon.“

Wie geht es eigentlich Frank Magnitz?

Apropos Magnitz: „Wie geht es dem eigentlich?“, fragt schließlich ein Reporter. Gauland war von selbst nicht darauf gekommen, etwas über den Gesundheitszustand seines Parteikollegen zu erzählen. Und seine Antwort fällt merkwürdig hölzern aus: „Sein Schädel hat das Kantholz ertragen. Sonst wären die Verletzungen so gewesen, dass er nicht wiederhergestellt wird.“ Als wäre Frank Magnitz ein Gegenstand.

Ein Wort an die Familie von Frank Magnitz richtet Alexander Gauland auch nicht - stattdessen teilt er aus. Gegen alle anderen, die nämlich schuld sind, dass es so weit kommen musste. Besonders Cem Özdemir.

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Der hatte mit einem geschmacklosen Tweet auf die Attacke reagiert. „Auch gegenüber der AfD gibt es keinerlei Rechtfertigung für Gewalt“, schrieb er allen Ernstes. So als müsse das extra gesagt werden: Sogar AfD-Politiker darf man nicht einfach zusammenschlagen. Dazu gab es den Hashtag #Nazisraus.

Auch Mitglieder der eigene Partei reagierten, nun, geschmacklos. Nur wenige Stunden nachdem bekannt geworden war, dass Frank Magnitz schwer verletzt im Krankenhaus liegt, hatte sich AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen via Twitter gemeldet. „Im Moment bin ich so erschüttert, dass ich mich außerstande sehe, dies weiter zu kommentieren“, schreibt Meuthen.

Angriff auf AfD-Politiker Magnitz: Bild von klaffender Kopfwunde

Die Erschütterung reichte aber nicht aus, ihn davon abzuhalten, auch noch ein Schockbild mitzuposten: Es zeigt Frank Magnitz mit klaffender Kopfwunde, hilflos liegt er da, Elektroden auf der entblößten Brust. Eine geschmacklose Geste des ach so erschütterten Jörg Meuthen - wie auch viele Twitter-Nutzer anmerken.

Das Fazit der Pressekonferenz: Über Frank Magnitz oder über die Hintergründe des Angriffs wurde fast nicht geredet. Dafür wurden schnell Täter gefunden: Alle Parteien, die nicht die AfD sind. Weil die nämlich immer gegen die AfD hetzten, entstünden „braune Schlägerbanden“, so Gauland.

Nichts davon trägt zur Aufklärung des Angriffs auf Magnitz bei. Nichts davon hilft Frank Magnitz oder dessen Familie. Politisch wurde durch diese Pressekonferenz schon mal gar nichts gelöst. Wofür war die Pressekonferenz überhaupt da? Damit die AfD mal wieder um sich selbst kreisen kann, und ein bisschen Applaus von denen bekommt, die sich auch gern im Selbstmitleid suhlen.