Familienvater abgeschoben: Weil seiner Frau ein fataler Fehler unterlaufen ist

Ein Vater von zwei Töchtern wurde abgeschoben. (Symbolbild)
Ein Vater von zwei Töchtern wurde abgeschoben. (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Frankfurt am Main. Zwei Mädchen mussten dabei zusehen, wie ihr Vater im heimischen Groß-Gerau abgeholt und in ein Flugzeug nach Pakistan gesetzt wurde. Dabei sind womöglich die Behörden Schuld, dass Tariq M. abgeschoben wird - ihnen könnte ein schwerwiegender Fehler unterlaufen sein.

Vater wird abgeschoben: Wegen eines falschen Buchstabens auf der Geburtsurkunde seiner Kinder

Der 36-jährige Tariq ist nach islamischem Recht mit einer deutschen Frau (30) verheiratet, hat zwei Kinder mit ihr. Seine Mädchen (ein und drei Jahre alt) kann er nun nur noch über Handy sehen, in Deutschland war er nur geduldet und hatte keine dauerhafte Ausfenthaltserlaubnis.

------------------------------------

• Mehr Themen:

Stewardess gesteht: Dazu hat ein 200-Kilo-Mann sie gezwungen – „Es ist traumatisch“

Erzieherin hatte ungeschützten Sex mit 13-Jährigem

Frau klagt über rätselhafte Schmerzen im Hals: Als die Ärzte die Ursache finden, sind sie verblüfft

-------------------------------------

Das ganze Drama sei nur passiert, weil auf den Geburtsurkunden der Kinder im Vornamen von Tariq ein „a“ statt eines „i“ eingetragen ist, berichtet die Frankfurter Rundschau.

Zusammen mit dem Wiesbadener Anwalt Martin Nelte kämpft die Familie nun darum, wieder zusammensein zu können.

Vaterschaft sei so nicht eindeutig geklärt

Da sich ein Buchstabe von seinem echten Namen unterscheide, sei die Vaterschaft nicht eindeutig geklärt, so das Amtsgericht Mainz. Denn zunächst müssten die Namen auf den Geburtsurkunden geändert werden, damit die Chance besteht, dass Tariq zurückkehren kann.

Das sei aber gar nicht so leicht, da die Mutter den Namen so wie geschrieben angegeben hatte. Denn in der schriftlichen Duldung ihres Mann wurde der Name mit „a“ geschrieben. Deswegen habe sie ihn auch in die Geburtsurkunden so schreiben lassen. Warum der Name in der Duldung so geschrieben ist, ist unklar.

Ob der Mann je wieder nach Deutschland kommt, ist unklar

Ausschlaggebend für die Identität sei für die Behörden aber nur der Reisepass und die dortdrin verwendete Schreibart des Vornamens.

Die Unterlagen müssen nun vom Amtsgericht Mainz geprüft werden. Das könne sich aber eine Weile hinziehen. Ob Tariq je wieder nach Deutschland kommen darf, ist bislang also unklar. (fb)