Erdogan droht laut Türkei-Experten ein schweres Schicksal

Türkei-Experte Michael Rubin glaubt, dass die Türkei dasselbe Schicksal treffen könnte wie Venezuela.
Türkei-Experte Michael Rubin glaubt, dass die Türkei dasselbe Schicksal treffen könnte wie Venezuela.
Foto: mago/Depo Photos
  • Türkei-Experte sieht einige Parallelen zwischen Maduro und Erdogan
  • Darum könnte die Türkei dasselbe Schicksal wie Venezuela treffen

Venezuelas Präsident Maduro steckt in einer großen Krise. Seine Legitimation als venezolanischer Präsident steht in Frage. Menschen gehen in seinem Land auf die Straßen und rebellieren. Das könnte auch auf Erdogan zukommen, meint ein Experte. Das berichtet das Online-Portal „Washington Examiner“.

Erdogan: Droht Türkei-Präsident gleiches Schicksal wie Kollege aus Venezuela?

Michael Rubin war Analyst für das US-Verteidigungsministerium und gilt heute als Türkei-Experte. Am 1. Februar veröffentliche er einen Gastbeitrag auf der „Washington Examiner“, in dem er eine ähnliche Entwicklung für Erdogan darstellt.

Zwar sei die Türkei noch nicht in eine humanitäre Krise verfallen, aber die derzeitige Währungskrise leite eine ähnliche Entwicklung ein. „Nach zehn Jahren könnte Erdogans Herrschaft dieselbe Wirtschaftskrise wie Venezuela erleben“, mutmaßt der Türkei-Experte.

Außerdem seien Investitionen am Bosporus gefährdet, denn Erdogan konfisziere oder besteuere Vermögen politischer Gegner. Laut türkischen Medienberichten wird der Präsident die türkische Bank „Is Bankasi“ verstaatlichen.

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Keine vernünftige Opposition in der Türkei

Doch im Gegensatz zu Maduro gebe es in der Türkei keine Opposition, vor der sich Erdogan fürchten müsse. Die CHP habe keinen charismatischen Führer, die politische Verfolgung der HDP, die sich für die Rechte der Kurden einsetzt, findet in der Bevölkerung teilweise Unterstützung. Die rechtsradikale MHP, die einst in der Opposition war, koaliert nun mit der AKP.

Sollten es die Parteien schaffen, neue politische Führungspersonen hervorzubringen, die keine Misserfolge in den Wahlen verzeichnen, gibt es dann laut Michael Rubin für Erdogan Grund zur Sorge.

Außerdem führt er im „Washington Examiner“ fort: „Wenn die türkische Bevölkerung bereit ist, wie bei den Gezi-Protesten 2013 auf die Straßen zu gehen, könnten sie Erdogans Zukunft infrage stellen.“ (ch)