Paul Ziemiak: CDU-Generalsekretär zieht über 16-Jährige her – dann eskaliert es

Paul Ziemiak kassiert einen Shitstorm für Aussagen gegenüber Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Paul Ziemiak kassiert einen Shitstorm für Aussagen gegenüber Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Foto: Michael Kappeler/dpa

2038 steigt Deutschland aus der Kohle aus. Das findet die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg „absurd“.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat jetzt die Kritik am deutschen Kohleausstieg in einem Tweet aufgegriffen.

Paul Ziemiak kritisiert auf Twitter Greta Thunberg - und erntet einen Shitstorm dafür

„Greta Thunberg findet deutschen Kohlekompromiss 'absurd' - Oh, man...kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie“, schrieb Paul Ziemiak.

Dazu ergänzte er einen Emoji eines Affens, der sich die Augen zu hält und „Arme Greta!“

Der Kommentar sorgt für große Diskussionen auf Twitter. Grünen-Politikerin Renate Künast schrieb etwa darunter: „Sie werfen das einer 16 Jährigen vor, dass sie auch mal die Zukunft ihrer Generation denkt angesichts der Probleme die sie erben? Das ist sowas von gefühlskalt und unchristlich.“

------------------------------------

• Mehr Themen:

-------------------------------------

Als sich auch der CDU-Bundestagsabgeordneter Sebastian Steineke einschaltet, wird es richtig munter. Er wirft Künast vor, Rot-Grün habe den Kohleausstieg nicht hinbekommen. Deren Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: „Putzig! Jetzt lobt sich die CDU für Dinge deren frühere Umsetzung sie vehement bekämpft hat.“

Der entgegnet: „Nö, wir machen es nur ordentlich und nicht hopp la hopp.“ Das findet Künast „lächerlich“.

Kritik an CDU-Generalsekretär

Auch andere Politiker überschütteten den CDU-Generalsekretär mit Häme: „Lieber Paul, der Graben zwischen Greta und Dir, liegt in ihrer Fähigkeit zu verstehen, dass die Klimakrise nicht irgendein abstraktes Szenario ist“, schreibt Grünen-Politiker Konstantin von Notz.

Der Linke-Politiker Niema Movassat kritisiert Ziemiak wegen eines anderen Punktes. „Es ist schon absurd, sich als Generalsekretär der stärksten deutschen Partei an einem 16 jährigen Mädchen abzuarbeiten, welches massiver rechter Hetze ausgesetzt ist. Wie wäre es sich a) über das politische Engangement zu freuen und b) der rechten Hetze entgegen zu treten?“

Mittlerweile hat Ziemiaks Tweet über 2.000 Kommentare.

Greta Thunberg kritisiert späten Kohleausstieg

Anlass war ein Interview von der schwedischen Aktivistin, die über den Kohleausstieg Deutschlands gesagt hatte: „Deutschland hat eine unglaubliche Chance und eine unglaubliche Verantwortung dabei, damit aufzuhören, Kohle zu verbrennen. Würde Deutschland das tun, würde das ein deutliches Signal an die Welt senden, dass wir uns in einer Krise befinden und dass wir mit solchen Sachen aufhören müssen.“

Greta Thunberg hatte mit 15 Jahren mit einem Schulstreik angefangen, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Sie startete alleine, mittlerweile folgen mehrere Tausende Schüler in der ganzen Welt ihrem Beispiel und demonstrieren freitags statt in die Schule zu gehen. (ms mit dpa)