Obwohl er immer Miete zahlte: Mann wird aus Wohnung geworfen und starb jetzt als Obdachloser

Ein Mann aus Hannover wurde obdachlos - obwohl er immer die Miete für seine Wohnung gezahlt hatte. (Symbolbild)
Ein Mann aus Hannover wurde obdachlos - obwohl er immer die Miete für seine Wohnung gezahlt hatte. (Symbolbild)
Foto: dpa
  • Hannover: Mann wird aus Wohnung geworfen
  • Jetzt starb der 64-Jährige als Obdachloser - obwohl er immer seine Miete bezahlt hatte
  • Ein Fehler wurde ihm zum Verhängnis

Hannover. Zum Schluss haben auch die Proteste nicht geholfen, die Geschichte endet so herzzerreißend tragisch, wie sie begonnen hat.

Mitte Februar wird in Hannover die Leiche eines Obdachlosen gefunden, zusammengekauert an einem Gebäude. Es ist Jürgen N., der kurz vor seinem 65. Geburtstag gestorben ist.

Hannover: Mann wird aus Wohnung geworfen

Zwei Jahre zuvor war der ältere Mann aus seiner Wohnung in Hannover geworfen worden - obwohl er immer seine Miete bezahlt hatte. Nur: N. war auf Betrüger hereingefallen.

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Er hatte die Miete Monat für Monat an eine Scheinfirma überwiesen, die das Geld nicht an den Eigentümer weiterleitete, sondern für sich behielt.

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Mieterbund und Mietervereine

  • Der Deutsche Mieterbund 1urde 1900 in Berlin gegründet
  • Er vertritt die Interessen von Mietern in Deutschland
  • Insgesamt gibt es 15 Landesverbände
  • Viele Mietervereine haben sich unter dem Mieterbund als Dachorganisation zusammengeschlossen

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„Es sind inzwischen Mietschulden von rund 20.000 Euro aufgelaufen“, so der Wohnungseigentümer gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ).

Zwangsräumung trotz gezahlter Miete: „Alle Perspektiven verloren“

Der Eigentümer ließ Jürgen N. zwangsräumen - trotz zahlreicher Proteste von Verbänden und Politikern. Seitdem habe N. „alle Perspektiven verloren“, wie Holger Rosenmeier der HAZ sagt. Der Rechtsanwalt hatte Jürgen N. seinerzeit für den Mieterverein rechtlich vertreten.

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N. war zunächst bei Bekannten untergekommen. Doch denen drohte irgendwann auch Ärger, weil sie ihre Wohnungen untervermieteten. Am Ende landete der Mann schließlich auf der Straße, wo er völlig allein verstarb.

Mahnwache gegen Wohnungsnot

Freunde von N. planen nun eine Mahnwache am 7. März vor der ehemaligen Wohnung am Kötnerholzweg in Hannover. Das solle auch ein Zeichen des Protests gegen Wohnungsnot und soziale Ungerechtigkeit sein, heißt es in der HAZ.

Das Datum ist kein Zufall: Am 7. März war Jürgen N. aus seiner Wohnung geworfen worden. Und dieses Jahr hätte er am 7. März seinen 65. Geburtstag gefeiert. (pen)