„Frei erfunden!“ Bio-Supermarkt verkauft überteuertes Himalaya-Salz – mit ehrlicher Ansage

Himalaya-Salz wird in einem Leipziger Bio-Markt verkauft, doch der rät davon ab, es zu kaufen.
Himalaya-Salz wird in einem Leipziger Bio-Markt verkauft, doch der rät davon ab, es zu kaufen.
Foto: imago/Panthermedia

Eigentlich sollte sich ein Supermarkt über die hohe Nachfrage nach einem Produkt aus seinem Sortiment freuen. Anders ist es im Leipziger Bio-Supermarkt Biomare. Hier nahm der Händler auf Kundenwunsch ein beliebtes Produkt wieder ins Sortiment und riet seinen Kunden gleichzeitig ab, es zu kaufen.

Das sogenannte Himalaya-Salz steht wieder im Regal des Bio-Marktes. Daneben steht auf einem Hinweisschild: „'Himalaya-Salz haben wir auf mehrfachen Wunsch wieder im Regal. Um dies mit gutem Gewissen tun zu können, informieren wir über einige Hintergründe“

Himalaya-Salz kommt nicht aus dem Himalaya

Der Händler stellt klar, das betreffende Salz komme nicht aus dem Himalaya. Dort gebe es keine (Stein-)Salzvorkommen. Himalaya-Salz sei gewöhnliches Steinsalz, wie es auch in Deutschland vorkommen.

Die meisten der dem „besonderen“ Salz zugeschriebenen Eigenschaften treffen entweder auf alle Steinsalze zu oder sind frei erfunden. Alle „Geschichten“, die über die besondere Qualität des ominösen Salzes verbreitet worden seien, sollten lediglich dafür sorgen, dass das Salz völlig überteuert verkauft werden kann.

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Ein Kunde hatte ein Bild des Hinweises bei Twitter gepostet. „Der Händler Biomare in Leipzig klärt seine Kunden auf, dass Himalaya-Salz eigentlich Quatsch und überteuert ist“, schreibt der Nutzer.

Himalaya-Salz: Nicht gesünder, dafür teurer

Auch die Verbraucherzentrale hält den Verkauf von Himalaya-Salz für Bauernfängerei. „Für den lockenden Beinamen „Himalaya" zahlt man Geld: Mit 4 bis 5 Euro je Kilogramm kostet das rosa Salz das 5- bis 10-Fache im Vergleich zu herkömmlichem Speisesalz“, schreiben die Verbaucherschützer.

Dass Himalaya-Salz besonders gesundheitsfördernd ist, ist weder bewiesen noch „physiologisch nachvollziehbar“. Damit dürfe demnach auch nicht geworben werden.

Das Salz enthalte zwar mehr Eisenverbindungen als herkömmliches Salz, dafür wird der Körper dadurch nicht mit Jod versorgt.

Auch der Bundesgerichtshof hat sich schon mit Himalaya-Salz beschäftigt. 2016 wurde einem Anbieter untersagt, mit der Aussage „Salz aus der Region des Himalaya“ zu werben – eben weil es dort kein Salzvorkommen gibt.