Café sperrt kleine Kinder aus: „Jetz mal ehrlich – es reicht“

Ein Café in Hamburg lässt Kinder unter sechs Jahren nicht mehr rein.
Ein Café in Hamburg lässt Kinder unter sechs Jahren nicht mehr rein.
Foto: imago/Westend61

Hamburg. Über ein kleines Café in Hamburg wird derzeit heiß diskutiert. Denn im „Moki's Goodies“ sind nur Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren erlaubt. Hunde und Kinderwägen müssen genau wie Kinder bis einschließlich fünf Jahren draußen bleiben.

Wer sich nicht daran hält, muss wieder gehen – und das finden einige Besucher alles andere als in Ordnung. Auf der Bewertungsseite yelp.de wird Betreiberín Monika Ertl für ihre Regel stark kritisiert.

Café-Besitzerin erntet Shitstorm

Das sind die Kommentare:

  • „Es war mal gut! Jetzt werden schon Eltern mit Kindern weggeschickt! Leute geht da nicht mehr hin und unterstützt den Laden nicht mehr! Es gibt genug gute Cafés in Hamburg. Sowas brauchen wir in der Stadt nicht.“
  • „Neuer Besitzer/Besitzerin? What happened to Moki's Goodies? Früher kinderfreundliches Lieblingscafé. Jetzt Kohle machen und unsympathisch.
    Keine Kinder unter 6 erlaubt?! Wie schreiben die so schön auf ihrer Website: 'No babies, no cry'.... Sind die noch normal?“
  • „Sowas habe ich noch nie erlebt! Das Schild draußen 'Keine Kinderwagen' schrieb ich noch den beengten Räumen zu, weit gefehlt. Wurde noch nie so in einem Café behandelt, mein Baby und ich waren mehr als unwillkommen. Kinder seien eh erst 'ab 6 Jahren und wenn sie ruhig sind' in dem Laden 'erlaubt'! Nie mehr wieder!“
  • “Wir waren mit Babys dort. Kinderwagen draußen bleiben. Im Café wurden wir instruiert, wo der Maxi Cosi zu stehen hat. Dann haben die Babys nacheinander für kurze Zeit geweint. Daraufhin kam die Besitzerin und fragte ob sie uns helfen könnte. Wir waren irritiert und auf unser nachfragen, ob wir stören wurden wir herauskomplementiert. Es würde Ärger mit den Nachbarn geben wenn Geräusche aus dem Café kommen. Ich habe mich noch nie so unerwünscht gefühlt.“

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Kampf gegen „Supermuttis“ – Café Besitzerin: „Es reicht!“

Monika Ertl will das so nicht auf sich sitzen lassen und wehrt sich bei Instagram gegen die „Supermuttis“, wie sie sie nennt. Sie schreibt: „Jetz mal ehrlich – es reicht. Ich finde es ist an der Zeit, die Verhältnismäßigkeit dessen, was Ihr hier seit einigen Tagen im Netz veranstaltet, ernsthaft in Frage zu stellen.“

Sie habe ein Konzept, für das sie nun einen Shitstorm ernte und wirft den Müttern vor, dass sie das persönliche Gespräch nicht gesucht hätten. „Ihr verurteilt mit heiligem Eifer mein Unternehmen mit erstaunlicher verbaler Aufrüstung und Feindseligkeit“ – und spricht von Mobbing.

Vorwürfe, sie würde Kinder hassen, seien völlig unbegründet, da sie selbst eine Tochter, ein Patenkind sowie Neffen und Nichten habe. Weiter heißt es: „Das moki’s goodies ist kein spendenfinanziertes demokratisches Mutter-Kind-Projekt, sondern ein Restaurant für das ich mir ein Konzept überlegt und in das ich mein privates Geld investiert habe. Weil ich meine eigenen Entscheidungen treffen möchte ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.“

Kinder in Café unerwünscht: Unterstützung und Kritik

Die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf den Post. Manche finden die Ansage – wie das Konzept – unmöglich.

  • „Ich überlege, einfach mal mit meiner Schulklasse (1./2./3./4. Klasse - freie Wahl) vorbei zu kommen. Wäre bestimmt ganz fabulös.“
  • „Ich find‘s vollkommen okay, gibt genügend andere nette Cafés und außerdem hat Mutti/Vatti dann auch mal einen Grund, das Kind zu Hause beim Partner zu lassen und mal wieder in Ruhe mit Freundin oder Kumpel lecker Frühstücken zu gehen.“

Andere stehen aber auch auf der Seite von Besitzerin Monika Ertl. Sie schreiben:

  • „Bin demnächst in Hamburg und freue mich schon auf einen Abstecher zu euch. Leute, ich arbeite mit Kindern und ehrlich : manchmal braucht man einfach eine Pause davon.“
  • „Als Vater und kinderfreundlicher Mensch kann ich dennoch ihr Konzept voll und ganz verstehen! Ich selber gehe auch mal gerne mit meiner Familie oder auch mal mit meiner Frau alleine essen. “

(cs)