Flughafen München: Mann wehrt sich gegen Abschiebung – dann trifft die Crew eine folgenschwere Entscheidung

Ein Mann hat sich gegen seine Abschiebung gewehrt, dadurch verstrich die Frist. (Symbolbild)
Ein Mann hat sich gegen seine Abschiebung gewehrt, dadurch verstrich die Frist. (Symbolbild)
Foto: dpa

Ein Mann (21) von der Elfenbeinküste hat sich am Flughafen München so sehr gegen die Abschiebung gewehrt, dass die Crew sich weigerte, ihn an Bord des Fliegers zu nehmen.

Der 21-Jährige sollte nach Italien abgeschoben werden, darüber berichtet die „Bild“. Weil er aber nicht zu bändigen war, blieb er in München. Die Crew entschied, dass er nicht mitgenommen wird. Die Maschine flog ohne ihn gen Süden.

Flughafen München: Abschiebung gescheitert

In Italien hatte er zum ersten Mal einen Asylantrag gestellt, laut „Dublin-Abkommen“ muss sein Verfahren dort behandelt werden, weil er dort zum ersten Mal die EU-Grenze übertreten hat.

Im August 2017 kam er trotz des laufenden Asylverfahrens nach Deutschland. Schon einen Monat später wurde entschieden, dass er zurück nach Italien abgeschoben werden soll. Sein Asylantrag in Deutschland wurde abgelehnt, weil er schon einen in Italien gestellt hatte.

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Zu einer Abschiebung kam es aber nicht, bis zum Versuch am Münchener Flughafen 18 Monate später. Eigentlich muss der Asylbewerber nach „Dublin-Abkommen“ innerhalb von sechs Monaten abgeschoben werden. Laut „Bild“ ist unklar, warum es sich monatelang verzögert hat.

Keine Abschiebung: Verfahren muss neu behandelt werden

Nun sollte er auf den letzten Drücker abgeschoben werden. Denn für eine Abschiebung sind nur 18 Monate Zeit, danach läuft die Frist ab. Weil er sich gegen den Flug nach Italien mit Händen und Füßen gewehrt hat, blieb er in Deutschland und die Frist verstrich.

Laut Bericht muss das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nun neu über seinen Fall entscheiden. Der 21-Jährige ist zurück in seiner bayrischen Flüchtlingsunterkunft.