Sri Lanka: 100 Tote weniger bislang gedacht – Angaben korrigiert

Ein Soldat hält Wache während eines Trauergottesdienstes für die Opfer der Selbstmordanschläge, den auch Kardinal Malcolm Ranjith (l) besucht, in der St. Sebastian Kirche in Negombo (Sri Lanka).
Ein Soldat hält Wache während eines Trauergottesdienstes für die Opfer der Selbstmordanschläge, den auch Kardinal Malcolm Ranjith (l) besucht, in der St. Sebastian Kirche in Negombo (Sri Lanka).
Foto: dpa

Colombo. In Kirchen und Hotels in Sri Lanka hat es am Ostersonntag mehrere Explosionen gegeben. Mindestens 290 Menschen starben und rund 450 wurden verletzt. Unter den Opfern waren auch 35 Ausländer, teilte die Polizei mit.

Kirchen in unterschiedlichen Teilen von Sri Lanka waren betroffen. Hier fanden Ostergottesdienste statt. Auch in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo gab es Explosionenen.

Donnerstag, 25. April 2019

22.42 Uhr: Bei den Anschlägen in Sri Lanka sind weniger Menschen ums Leben gekommen, als bislang gedacht. Das Gesundheitsministerium hat die Zahl der Toten um 100 nach unten korrigiert. Es seien 253 Menschen getötet worden. Bislan war von 359 Toten die Rede gewesen.

Dienstag, 23. April 2019:

14.46 Uhr:

Die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat die Selbstmordanschläge auf Hotels und christliche Kirchen in SriLanka mit mehr als 300 Todesopfern für sich reklamiert. Das IS-Sprachrohr Amak berichtete am Dienstag in den sozialen Netzwerken, die Angreifer seien IS-Kämpfer gewesen.

Zur Einschätzung der Regierung Sri Lankas, dass die Anschläge als Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht waren, machte Amak keine Angaben.

10.44 Uhr:

Die Anschläge waren nach Angaben der Regierung ein Vergeltungsakt für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März gedacht. Das erklärte Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene im Parlament.

9.46 Uhr:

In der Nacht auf Dienstag hatte erneut eine Ausgangssperre gegolten. Um das Verbreiten von Gerüchten zu unterbinden, blieb der Zugang zu sozialen Medien gesperrt.

8.46 Uhr:

Der UN-Sicherheitsrat hat die Anschlagsserie in Sri Lanka mit knapp 300 Opfern auf das Schärfste verurteilt. Zugleich sprachen er den Familien der Opfer der „abscheulichen und feigen“ Anschläge tief empfundenes Mitgefühl aus, wie es in einer Mitteilung des UN-Gremiums vom Montag (Ortszeit) hieß.

Den Verletzten werde eine rasche Genesung gewünscht. Terrorismus stelle in all seinen Erscheinungsformen eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für den Frieden und die internationale Sicherheit dar, hieß es weiter. Täter, Organisationen und Geldgeber dieser Terrorakte müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden.

7.25 Uhr:

Zwei Tage nach der Serie von Selbstmordanschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka ist die Zahl der Todesopfer auf 310 gestiegen. Das erklärte die Polizei am Dienstag auf Anfrage. Mehr als 500 Verletzte wurden demnach noch in Krankenhäusern behandelt. Es habe inzwischen rund 35 Festnahmen gegeben. Mehr als 20 Häuser seien durchsucht worden, hieß es.

In der Nacht zum Dienstag traten Notstandsbestimmungen in Kraft. Staatspräsident Maithripala Sirisena erklärte den öffentlichen Notstand im Interesse der öffentlichen Sicherheit, der Wahrung der öffentlichen Ordnung und der Sicherung der Versorgung mit Waren und Dienstleistungen für die Bürger, wie es in einer Erklärung des Präsidenten hieß. Mit den Regelungen erhalten Sicherheitskräfte erweiterte Befugnisse, etwa für Durchsuchungen und zur Festnahme von Personen.

Der Dienstag wurde zudem zu einem nationalen Trauertag erklärt. Am Morgen wurden drei Schweigeminuten abgehalten. Zahlreiche Bestattungen waren geplant.

Ostermontag, 22. April 2019:

20.14 Uhr:

Die „Daily Mail“ berichtet über das tragische Schicksal eines britischen Anwalts und Familienvaters. Ben Nicholson (43) lief blutüberströmt durch die furchtbare Szenerie und suchte seine bereits tote Familie.

Er saß gerade mit seiner Frau Anita (42), seinem Sohn Alex (14) und seiner Tochter Annabel (11) am Frühstückstisch im Shangri-La Hotel, als die beiden Selbstmordattentäter das Hotel betraten und sich selbst in die Luft sprengten.

Eine Krankenschwester des Nationalen Krankenhauses sprach über die kurze Begegnung mit dem verzweifelten Familienvater: „Ich hab ihn blutüberströmt ziellos hin und her laufen sehen. Er ist nicht gerannt und hat nicht geweint, er stand unter Schock. Er hat die ganze Zeit nach seiner Familie gefragt.“

Der am Boden zerstörte Vater hat selbst auch gesprochen. „Ich bin tief betroffen über den Verlust meiner Frau und Kinder. Anita war eine wundervolle, perfekte Frau. Eine brillante, liebevolle und inspirierende Mutter für unsere beiden Kinder.“

„Alex und Annabel waren die beeindruckendsten, intelligentesten und talentiertesten Kinder. Anita und ich waren so stolz auf sie.“

Seinem Bericht zufolge waren seine Frau und Kinder sofort tot, nachdem die Bomben hochgingen. Sie starben ohne lange zu leiden oder viel Schmerz fühlen zu müssen.

13.30 Uhr:

In einem geparkten Auto nahe einem der Anschlagsorte ist ein Sprengsatz gefunden worden. Der Wagen wurde am Montag von Bombenentschärfern überwacht gesprengt. Das Auto stand in der Nähe der St.-Antonius-Kirche in der Hauptstadt Colombo. An einem anderen Ort der Stadt seien an einer Bushaltestelle 87 Zünder sichergestellt worden.

Ein Mann wurde den Angaben zufolge in der Gegend um die Kirche festgenommen. Der Fund des Sprengsatzes und die Sprengung lösten in der Umgebung eine Panik aus, wie Videos in sozialen Medien zeigten. Zeugen berichteten auf Twitter zudem, dass die Polizei den Festgenommenen vor einer aufgebrachten Menge schützen musste.

11.15 Uhr:

Sri Lankas Regierung macht eine radikal-islamische Gruppe aus Sri Lanka für die Anschläge verantwortlich. Die Gruppe National Thowheeth Jama’ath (NTJ) soll die Selbstmordattentate verübt haben, erklärte Kabinettssprecher Rajitha Senaratne am Montag. Es soll zuvor Hinweise auf Anschlagspläne der Gruppe gegeben haben.

10.09 Uhr:

Der reichste Mann Dänemarks, Mode-Milliardär Anders Holch Povlsen, hat bei den Anschlägen in Sri Lanka drei seiner vier Kinder verloren. „Das können wir leider bestätigen", sagte ein Sprecher seines Unternehmens Bestseller der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet".

10.03 Uhr:

Die schlimme Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels haben Selbstmordattentäter ausgeführt. Zu der Erkenntnis kamen Forensiker des Verteidigungsministeriums Sri Lankas nach Untersuchungen der drei nahezu zeitgleichen Explosionen in drei Kirchen und drei Luxushotels am Sonntagvormittag (Ortszeit).

8.42 Uhr:

Die Zahl der Opfer ist auf mindestens 290 gestiegen. Unter den Toten sollen auch 35 Ausländer sein. Die deutsche Botschaft steht in Kontakt mit den lokalen Behörden und versucht aufzuklären, ob Deutsche unter dem Opfern sind.

6.29 Uhr:

Laut Polizei sind 24 Menschen festgenommen worden. Zu den Anschlägen bekannte sich aber bislang niemand. Wie Premierminister Ranil Wickremesinghe in einer Fernsehansprache sagte, stammten die Festgenommenen alle aus Sri Lanka. Er wolle aber im Ausland um Unterstützung bitten, um herauszufinden, ob die Angreifer Verbindungen zum internationalen Terrorismus hätten.

„Wir werden nicht zulassen, dass der Terrorismus in Sri Lanka seinen Kopf erhebt. Alle Maßnahmen werden ergriffen, um den Terrorismus auszulöschen“, sagte Wickremesinghe.

Auch lagen Sri Lankas Geheimdienst Hinweise auf einen möglichen Anschlag vor. Es müsse untersucht werden, warum keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen worden seien, sagte Wickremesinghe.

Ostersonntag, 21. April 2019.

21.25 Uhr:

Wenige Stunden nach den Anschlägen auf Hotels und Kirchen in Sri Lanka ist einem Medienbericht zufolge nahe dem größten Flughafen des Inselstaates ein weiterer Sprengsatz entdeckt worden. Dabei habe es sich um eine Rohrbombe gehandelt, sagte der Sprecher der Luftwaffe, Gihan Seneviratne, am Sonntag der Onlineausgabe der lokalen „Sunday Times“. Eine Patrouille habe den Sprengsatz nahe dem Flughafen Bandaranaike gefunden, er sei von Spezialkräften in einem kontrollierten Bereich unschädlich gemacht worden.

Zuvor waren bei Anschlägen auf christliche Kirchen und Hotels in dem Land mehr als 200 Menschen getötet und mehr als 500 weitere Menschen verletzt worden. Der Inselstaat ist bei Urlaubern sehr beliebt.

20.20 Uhr:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte dem Präsidenten Sri Lankas und schrieb: „Fassungslos und voller Entsetzen verfolge ich die schrecklichen Nachrichten über die feigen Terroranschläge in Sri Lanka, bei denen so viele unschuldige Menschen den Tod fanden und viele mehr verletzt wurden.“

19.30 Uhr:

Papst Franziskus gedachte vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom der Opfer: „Ich möchte der christlichen Gemeinschaft, die getroffen wurde, als sie im Gebet versammelt war, und allen Opfern so grausamer Gewalt meine innige Nähe ausdrücken.“ UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „schockiert über die terroristischen Attacken auf Kirchen und Hotels an Ostersonntag, einem heiligen Tag für Christen überall auf der Welt“.

19.08 Uhr:

Die Zahl der Todesopfer bei einer Serie von Anschlägen in Sri Lanka ist auf 215 gestiegen. Die Polizei meldete am späten Sonntagabend (Ortszeit) drei weitere Tote bei der insgesamt achten Explosion des Tages, die sich in einer Wohngegend in einem Vorort der Hauptstadt Colombo ereignet hatte. Darunter waren demnach zwei Kinder.

Dort waren auch drei Polizisten getötet worden. Die Krankenhäuser meldeten zudem fünf weitere Tote. Unter den Todesopfern bei der Anschlagserie auf Kirchen und Hotels waren nach Angaben der sri-lankischen Tourismusbehörde auch 32 Ausländer.

18.35 Uhr:

Sri Lankas Geheimdienst lagen vor den Angriffen am Ostersonntag nach Worten des Premierministers Ranil Wickremesinghe Hinweise auf einen möglichen Anschlag vor. Es müsse untersucht werden, warum keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen worden seien, sagte Wickremesinghe in einer Fernsehansprache am Sonntagabend (Ortszeit).

Er gab zudem an, alle bislang festgenommenen Tatverdächtigen stammten offenbar aus Sri Lanka. Mithilfe der internationalen Gemeinschaft solle ermittelt werden, ob diese Verbindungen ins Ausland hatten. Nach Angaben der Polizei gab es inzwischen 13 Festnahmen nach den Anschlägen auf Kirchen und Hotels.

15 Uhr:

Die Zahl der Toten durch die Anschlagsserie in Sri Lanka ist mittlerweile auf 207 gestiegen. Das gab ein Polizeisprecher am Sonntag bekannt.

Die Attacke auf die Kirche in Negombo wurde vermutlich von einem Selbstmordattentäter verübt.

13.54 Uhr

Mittlerweile wird von mindestens 190 Toten gesprochen. Die Zahl steigt bisher im Stundentakt, da viele der Verletzten immer noch in Lebensgefahr schweben.

Insgesamt gab es 8 Anschläge, die gezielt gegen Christen verübt wurden. Angeblich wurden sieben Menschen festgenommen. Weitere Informationen zu den Festnahmen gab es bisher nicht.

12.26 Uhr

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich jetzt zu den verheerenden Anschlägen geäußert: „Es ist schockierend, dass Menschen, die sich versammelt hatten, um gemeinsam das Osterfest zu begehen ein bewusstes Ziel dieser hinterhältigen Angriffe waren.“

Weiter schreibt sie in einem veröffentlichten Kondolenztelegramm an den Präsidenten Sri Lankas: „In dieser schweren Stunde trauern wir mit den Hinterbliebenen und beten für die schnelle Genesung der Verletzten.“

„Religiöser Hass und Intoleranz, die sich heute auf so schreckliche Weise manifestiert haben, dürfen nicht siegen.“

11.58 Uhr

Die Verantwortlichen der Anschlagsserie in Colombo wurden identifiert. Nach Angaben des Verteidigungsministers Ruwan Wijewardene handelt es sich bei den Taten um „terroristische Vorfälle“ von „extremistischen Gruppen“.

Ab 18 Uhr soll eine landesweite Ausgangssperre von insgesamt 12 Stunden ausgesprochen werden.

11.46: Weitere Anschläge

Nach Berichten der Polizei gab es weitere Anschläge in der Hauptstadt Sri Lankas Colombo. Demzufolge gab es mittlerweile insgesamt sieben Explosionen.

Sri Lanka: Tote bei Explosionen

Die Hintergründe sind noch zunächst unklar. Der Polizei zufolge ereigneten sich die sechs Explosionen alle innerhalb einer halben Stunde nahezug zeitgleich.

Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe berief eine Krisensitzung des Kabinetts ein. Der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, schrieb auf Twitter von zahlreichen Opfern, unter ihnen Ausländer. Er habe in einer Kirche in Colombo „schreckliche Szenen“ erlebt. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen.

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Bundesregierung schockiert über den Vorfall

Steffen Seiber, Sprecher der Bundesregierung äußerte sich auf Twitter schockiert über die Nachrichten aus Sri Lanka.

Wie die Nachrichtenseite Daily News berichtet, sind nach aktuellen Informationen 138 Menschen getötet und 500 weitere verletzt worden.

Explosionen in beliebtem Touristenziel

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

Sri Lankas Bürgerkrieg war 2009 nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee besiegte die Aufständischen schließlich mit aller Härte. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor. (dpa)