Europawahl 2019: Partei verstört mit heftigem Werbespot - Ärger mit ZDF

Martin Sonneborn, Vorsitzender der Partei „Die Partei“, im Wahlkampf zur Europawahl.
Martin Sonneborn, Vorsitzender der Partei „Die Partei“, im Wahlkampf zur Europawahl.
Foto: dpa
  • "Die Partei" zeigt besonderen Wahlwerbespot zur Europawahl
  • ZDF will den Spot zunächst nicht ausstrahlen

Das ZDF wird eine neue Fassung des Wahlwerbespots von „Die Partei“ zum Thema Seenotrettung ausstrahlen.

Die geänderte Version sei juristisch geprüft und akzeptiert worden, sagte eine ZDF-Sprecherin am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Mainz.

Europawahl 2019: Wahlwerbung keine Wahlwerbung?

Die Ursprungsfassung hatte der Sender abgelehnt, weil es sich dabei nach seiner Auffassung inhaltlich nicht um Wahlwerbung, sondern um einen Unterstützungsaufruf für die Organisation Sea-Watch handelte. Der Spot soll am Mittwochabend um kurz nach 22 Uhr gezeigt werden.

So funktioniert die Europawahl

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Der Spot der Satire-Partei „Die Partei“ zur Europawahl 2019 ist todernst: Der Film zeigt, wie ein Junge im Meer ertrinkt, und endet mit der Aufforderung: „Helfen Sie uns, das Sterben zu beenden.“

„Die Partei“ zeigt Film von ertrinkendem Kind

„Die Partei“ hatte die Gestaltung des Spots der Rettungsorganisation Sea-Watch überlassen. In der neuen Fassung wird am Ende eine zusätzliche Texttafel eingeblendet: An dieser Stelle ruft „Die Partei“ dazu auf, sie bei der Europawahl zu wählen, weil sie Inhalten eine Plattform gebe.

>> Hier das DERWESTEN-Interview mit Martin Sonneborn lesen

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Redakteure des Satire-Magazins „Titanic“ hatten „Die Partei“ 2004 als Spaßpartei gegründet. Offizieller Name ist „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“. Im EU-Parlament vertreten ist sie mit ihrem Vorsitzenden, dem früheren „Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn.

Mittlerweile scheint die Partei bisweilen vom reinen Dasein als satirische Spaß-Partei abzurücken - wie auch der aktuelle Spot zur Europawahl zeigt. (pen/epd)