Huawei und Google: US-Regierung schreitet ein - zur Freude der Nutzer

Google entzieht Huawei die Lizenz für sein Betriebssystem Android. Nun wurde dem chinesischen Unternehmen aber eine Gnadenfrist eingeräumt.
Google entzieht Huawei die Lizenz für sein Betriebssystem Android. Nun wurde dem chinesischen Unternehmen aber eine Gnadenfrist eingeräumt.
Foto: dpa

Das ist ein Hammer. Google entzieht dem chinesischen Hersteller Huawei nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters die Lizenz. Google hat den Bericht mittlerweile bestätigt. Das bedeutet, dass der Hersteller von Android-Updates ausgeschlossen wird und auch keinen Zugriff auf den wichtigen Play-Store sowie Google Apps mehr haben wird.

„Huawei Technologies Co Ltd wird mit sofortiger Wirkung den Zugang zu Android-Updates verlieren und der nächsten Version seiner Smartphones außerhalb Chinas wird der Zugang zu beliebten Anwendungen und Diensten wie dem Google Play Store und der Gmail-App verwehrt“, zitiert der Bericht.

Android-Hammer für Huawei Folge von US-Politik

Huawei steht in den USA schon länger unter Druck. Die Regierung hat den chinesischen Hersteller auf eine Blacklist gesetzt. Nun muss die Regierung neue Geschäftsbeziehungen von Huawei immer absegnen.

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Hintergrund dieser Maßnahme sind Spionage-Vorwürfe gegen Huawei. US-Präsident Trump glaubt, dass Huawei mit seinen Smartphones die USA ausspionieren könnte - und drängt Europa deshalb dazu, Huawei vom Ausbau der wichtigen 5G-Technologie auszuschließen. US-Präsident Trump führt seit längerem einen Handelskrieg mit der asiatischen Großmacht.

Huawei bekommt Gnadenfrist

Die US-Regierung hat Huawei nun aber eine Gnadenfrist gewährt. Der chinesische Konzern bekommt eine Gnadenfrist von 90 Tagen, in der weiterhin Updates an User ausgeliefert werden dürfen. Diese regellung gilt für alle Geräte, die von dem 17.Mai verkauft wurden. Wie es danach weitergeht, ist aber offen.

Huawei wird schon länger unterstellt, dass das Unternehmen unter dem Einfluss der chinesischen Regierung steht.

Der Schritt hat auch für viele Nutzer in Deutschland Folgen. Die vergleichsweise günstigen Smartphones haben zuletzt große Marktanteile erobert, weltweit wird er auf 17 Prozent geschätzt. In Deutschland tritt Huawei unter anderem als Sponsor von Borussia Dortmund auf.

Genaue Folgen noch nicht absehbar

Die genauen Folgen der Entscheidung sind noch unklar. Letztlich dürfte sie aber bedeuten, dass Huawei für seine neuen Smartphones ein eigenes Betriebssystem entwickeln muss. Google verliert gleichzeitig einen wichtigen Bezieher seines Betriebssystems.

Huawei gibt Kunden Versprechen

Huawei hat sich weniges Stunden nach Bekanntwerden der Maßnahme in einem Statement geäußert und gibt den Kunden ein Versprechen: „Huawei wird auch weiterhin Sicherheits-Updates und anderen Dienstleistungen versorgen. Das gilt für alle Besitzer von Huawei - oder Honor-Smartphones sowie Tablet-Produkten und auch für Geräte, die erst noch verkauft werden.“ Honor gehört ebenfalls zum Huawei-Konzern und bringt vor allem günstige Smartphones auf den Markt.

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Das ist Huawei:

  • Das Unternehmen wurde 1987 in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzhen gegründet
  • Zunächst verkaufte Huawei importiere Telefonalangen aus Hongkong
  • Später begann Huawei auch, eigene Telekommunikations-Hardware zu entwickeln
  • Huawei stellt Infrastruktur für Netzwerke, bietet Cloud-Comupting-Lösungen an stellt auch Endgeräte wie Smartphones oder Tablets her
  • In Deutschland verkauft Huawei seine Handys seit 2011
  • 2018 machte Huawei einen Jahresumsatz von mehr als 95 Milliarden Dollar

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Huawei hat in den vergangenen Jahren beständig Marktanteile gewonnen. Die Chinesen begeisterten Kunden mit hochwertigen Smartphones, die meist etwas günstiger waren als die Modelle der Konkurrenz. Allein zwischen dem ersten Quartal 2018 und dem ersten Quartal 2019 erhöhte Huawei seinen weltweiten Markanteil von 11 auf 17 Prozent. Marktführer Samsung liegt bei 21 Prozent, Apple bei gerade einmal 12 Prozent.

Zum Vergleich. Noch 2015 lag Apple bei 18 Prozent und Huawei bei nur fünf Prozent. Doch nun steht das Unternehmen unter Druck. Huawei-Boss Richard Yu hatte im Gespräch mit der „Welt“ bereits im März angekündigt, dass das Unternehmen an einem eigenen Betriebssystem arbeitet. Doch der Druck steigt auch von anderer Seite

Wie Bloomberg berichtet, wollen mehrere Chip-Hersteller, darunter Intel, Broadcom und und Qualcomm, Huawei nicht länger mit Hardware beliefern.