Kreuzfahrtschiff kann Hafen nicht verlassen – weil DAS vor ihm schwimmt

Rund 50 Aktivisten hinderten am Sonntag die „Zuiderdam“ für sechs Stunden am Auslaufen.
Rund 50 Aktivisten hinderten am Sonntag die „Zuiderdam“ für sechs Stunden am Auslaufen.
Foto: Thomas Eisenkrätzer/dpa

Am Sonntag wurde ein Kreuzfahrtschiff in Kiel für ganze sechs Stunden am Auslaufen gehindert. Der Grund dafür war in Deutschland erstmalig.

Etwa 50 Klimaaktivisten hatten sich vor dem Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“ positioniert, um auf den Schadstoffausstoß und die Arbeitsbedingungen an Bord aufmerksam machen.

Kreuzfahrtschiff für sechs Stunden festgesetzt

Knapp 50 Teilnehmer der Protestgruppe „Smash Cruiseshit“ versammelten sich etwa zwei Stunden vor dem geplanten Auslaufen vor dem Schiff. Mit kleinen Booten fuhren sie vor dem riesigen Passagierkan hin und her, setzten sich auf den Rumpf, fünf von ihnen kletterten sogar auf einen Kran am Ostseekai.

Erst gegen 22 Uhr konnte das Schiff in Begleitung der Wasserschutzpolizei auslaufen. Verletzt wurde bei der ganzen Aktion glücklicherweise niemand.

„Die waren hauptsächlich amüsiert“

Das Onlineportal „jetzt“ hat mit einer der Aktivistinnen über die Aktion gesprochen. Während der Blockade hatten die Aktivisten auch Kontakt zu den Menschen an Bord.

Am meisten empört haben sich laut der 20-jährigen Studentin die Passagiere. „Da standen Menschen, die dort arbeiten. Die waren hauptsächlich amüsiert, haben gefilmt und Fotos gemacht.“, erzählt sie „jetzt“.

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Umweltfreundliche Alternativen sind keine Alternativen

„Die Touristen dagegen standen oben an der Reling und fanden die Aktion nicht so lustig. Da kamen dann die üblichen Kommentare: 'Sucht euch einen Job!' und 'Macht lieber was in China oder Indien!' Wir haben versucht zu erklären, dass wir uns nicht gegen sie persönlich richten, sondern einfach gegen die gesamte Kreuzfahrt-Industrie sind.“

Von den derzeitigen „umweltfreundlicheren“ Alternativen hält die 20-Jährige nicht viel. Der Plan, schadstoffärmeres Flüssiggas zu verwenden könne keine dauerhafte Lösung sein, da es unter anderem durch das umstrittene Fracking gefördert wird.

Städtische Stromversorgung: Zu großer Aufwand, zu hohe Kosten

Auch die Option, die Schiffe während ihres Aufenthaltes im Hafen an die städtische Stromversorgung anzuschließen ist nicht so richtig umsetzbar. Das Verfahren sei mit zu großem Aufwand und Kosten verbunden.

In Hamburg existiere bereits so ein Anschluss, jedoch wird dieser nur sehr unregelmäßig von einem einzigen Schiff genutzt.

Kreuzfahrtschiffe in Venedig: Immer wieder umstritten

In Deutschland war dies die erste Aktion dieser Art. In Venedig hingegen gab es bereits ähnliche Vorfälle: Dort hatte die „No Grandi Navi“ schon mehrmals große Kreuzfahrtschiffe blockiert.

Die Passagierschiffe sind in der italienischen Lagunenstand enorm umstritten.

Das ganze Interview über die Blockade, sowie die weiteren Pläne von „Smash Cruiseshit“ kannst du bei „jetzt“ lesen. (db)