Hund wird mitten in der Innenstadt gegrillt – das steckt hinter der krassen Aktion

Ein grausamer Anblick: In Jena wurde ein Hund auf den Grill gelegt. Mitten auf dem Holzmarkt.
Ein grausamer Anblick: In Jena wurde ein Hund auf den Grill gelegt. Mitten auf dem Holzmarkt.
Foto: Peta Australia

Diese Aktion von Peta hat in Jena (Thüringen) ordentlich für Aufsehen gesorgt: Mitten in der Innenstadt hat die Tierrechtsorganisation einen Grill aufgestellt, um einen Hund zu rösten. >>>hier mehr dazu. Das sorgte auch in den Sozialen Medien für mächtig Zündstoff. Die Thüringer waren bestürzt.

Was steckte dahinter? Peta wollte Passanten anregen, ihren Fleischkonsum zu überdenken. „Wenn Sie keinen Hund essen würden, warum dann ein Schwein?“, lautete die doch sehr provokante Frage. Und weiter: „Es macht keinen Unterschied, ob das Fleisch auf unseren Tellern von einem Huhn, Rind oder Hund stammt – denn alle Tiere leiden gleich.“

Aber keine Sorge: Auf dem Grill lag dann aber doch kein echter Hund, sondern eine Attrappe.

Hund wird auf der Straße gegrillt – Aktion ruft Wut hervor

Viele Nutzer regen sich bei Facebook unter dem entsprechenden Post des Onlineportals „Thüringen24“ über die rigorose Aktion der Tierrechtsorganisation auf. Das Argument reicht von 'Man müsse Nutztiere von Haustieren unterscheiden' bis hin zu 'Die haben doch alle einen an der Klatsche'.

Hier einige Auszüge der wütenden Kommentare des Thüringer Onlineportals „Thüringen24“:

  • „Ekelhaft. Ihr könnt diskutieren wie ihr wollt. Aber Katze und Hund geht garnicht. Ich habe beides zuhause und könnte nicht mal daran denken das zu essen. Ja und dann scheiß ich auf Fleisch, interessiert mich nicht. Ich esse Fleisch aber nur Huhn ja ich weiß ich auch ein Lebewesen, aber Hund und Katzen...“
  • „Ihr seid doch alle nicht ganz dicht“
  • „Ach und Pflanzen leiden nicht? Wegen den ganzen Veganern hat mein Essen weniger Essen. Man kann es echt übertreiben. In der Tierwelt werden Tiere gegessen und die werden anders getötet. Ach und ich hoffe doch, dass die Veganer kein Auto fahren. Sie töten damit nützliche Insekten.“
  • „Da fällt mir nix ein! Ein Hund ist ein Tier, das zum Beschützen da ist, ein Familienmitglied und hilft blinden Menschen oder behinderten Menschen.
    Zeigt mir mal ein Schwein oder eine Kuh, die die Aufgaben eines Hundes übernehmen. Gibt schon Unterschiede zwischen Haus- und Nutztiere.....
    So eine dämlich Aussage, ein Hund mit einen Schwein gleich zustellen.“
  • „Man sollte eben auch Nutz- von Haustieren unterscheiden können.“
  • „Die haben doch einen an der Waffel.“
  • „Fleisch hat uns Menschen zu dem gemacht, was wir heute sind. Nur durch Fleischkonsum war die Menschwerdung möglich. Für unsere Vorfahren war Fleisch der entscheidende Energielieferant für ein größer werdendes Gehirn.“
  • „Peta hat recht! Nutztier, Haustier, Tiere sind Lebewesen und sollen nicht vermarktet, gequält und unnötig getötet werden!!! Mit welchem Recht macht der Mensch sich zum Oberhaupt? Die Menschheit ist wiederlich, profitgeil und grausam.“

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Doch andere Nutzer wollen auch die pikierten Menschen ärgern und streuen Salz in die Wunde. Sie witzeln:

  • „Schmeckt gut, wenn es ordentlich zubereitet ist! Ähnlich wie Katze und Ratte! In Fernost, völlig normal!“
  • „Süßsauer bitte“
  • „Und warum nur 'ne Attrappe? Wenn schon - denn schon!“

Es gibt aber auch jene Nutzer, die versöhnlicher sind und vorschlagen, dass man schon über bessere Nutztierhaltung diskutieren sollte.

  • „Leute, bleibt doch auf dem Teppich! Es gibt genug Menschen, die Hund essen und dafür kein Schwein.“
  • „Über bessere Haltung von Nutztieren kann man gerne diskutieren. Aber bitte nicht mit Veganern, die ihre vegane Religion verbreiten wollen.“

Nur ob es jetzt unbedingt sein muss, dass eine Hunde-Attrappe gegrillt wird, ist fraglich. Die Tierschutzorganisation Peta hat ihr Ziel allerdings erreicht: Aufmerksamkeit erzeugen. Diese Aktion wurde übrigens nicht nur in Thüringen durchgeführt. Es ist eine bundesweite Peta-Kampagne. Es folgen unter anderem noch Termine in Hamburg, Essen oder Köln.

Darin sind die Aktivisten in der Tat höchstprofessionell. Ihre Aktionen sind immer grell, knallig, gern garniert mit nackten Menschen, die größtmögliche Aufmerksamkeit garantieren sollen.

Viele Promis unterstützen Peta, auch in Deutschland: Bill und Tom Kaulitz von "Tokio Hotel" haben ihre Gesichter schon auf Peta-Plakaten gezeigt, ebenso Komikerin Mirja Boes.

Andere kritisieren Peta recht deutlich. Moderatorin Sonja Zietlow etwa sagte mal in einem Interview über Peta: "Die sind mir zu fanatisch, zu aggressiv, zu intolerant."

Geschmackloser Kommentar zu Karl Lagerfeld

Den Höhepunkt der Kritik erreichte Peta vor einigen Jahren mit einer höchst umstrittenen Plakataktion: Massentierhaltung verglichen die Tierrechtler mit dem Holocaust. (js/pen)