Flixbus: Fahrgäste harren 13 Stunden an Rastplatz aus – „Horrortrip“

Die Fahrt von Dortmund nach London mit Flixbus bezeichnete eine Frau als „Horrortrip“.
Die Fahrt von Dortmund nach London mit Flixbus bezeichnete eine Frau als „Horrortrip“.
Foto: imago images / Arnulf Hettrich

Romina Biela hat sich auf fünf Tage in London gefreut. Am Ende blieben aber nur vier Tage in der englischen Hauptstadt. Denn auf der Fahrt von Dortmund nach London mit Flixbus folgte eine Panne die nächste.

Anstatt der geplanten zwölf Stunden waren die Fahrgäste ganze 27 Stunden mit dem Flixbus unterwegs. Ganze 15 Stunden später!

Flixbus: Horrorfahrt nach London

Die Fahrt am 11. Juni startete mit einer Dreiviertelstunde Verspätung um 20.45 Uhr. Gegen 3 Uhr nachts erreichte die Reisegruppe dann das französische Calais, von wo aus der Bus über die Fähre nach England übersetzen sollte. „Aber wir hatten in Calais, kurz vor der Grenze, eine große Panne“, berichtet Romina.

Wegen Problemen mit dem Reifendruck konnte der Bus nicht weiterfahren, sagt Romina. Also mussten sie auf einen Mechaniker warten – drei Stunden lang. „Dieser konnte aber mit den vorhandenen Mitteln nicht den Bus reparieren, er schickte uns dann mit dem Bus zum großen Rastplatz in Calais, da wir nicht so offen auf der Straße stehen bleiben durften.“

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Mechaniker kann Defekt nicht beheben

Der Mechaniker fuhr also wieder zurück, holte seine Werkzeuge, und kam dreieinhalb Stunden später wieder – und konnte das Problem noch immer nicht lösen. „Zu dem Zeitpunkt war es dann auch schon 12 Uhr Mittags. Der Bus sollte in London um 8.25 Uhr ankommen“, ärgert sich die Reisende.

Erst um 15.30 Uhr traf der lang ersehnte Ersatzbus mit neuem Fahrer in Calais ein. Der sollte die Reisenden über den Eurotunnel nach England bringen.

Damit hätte er aber seine erlaubte Fahrzeit überschritten.

Fahrt endet 15 Stunden später als geplant

Also hieß es für die Gruppe: zurück nach Calais. Mittlerweile war es 17 Uhr. Schlafmangel, Hunger, Babys schrien, die Kinder quängelten. Die Nerven der Reisenden waren zu diesem Zeitpunkt bis zum Zerreißen gespannt.

Flixbus versprach einen Ersatzbus für 15.30 Uhr – und der kam, brachte die Fahrgäste endlich nach England. Um 23.30 Uhr erreichte die Gruppe mit sage und schreibe 15 Stunden Verspätung ihr Reiseziel.

Fahrgast kritisiert mangelnde Informationen

Dass am Bus mal was kaputt geht, dafür hat Romina Verständnis. Was sie allerdings stört ist die unregelmäßigen Kommunikation von Flixbus. „Wir hielten immer wieder Kontakt mit Flixbus und wurden immer wieder nur beschwichtigt“, findet Romina. „Es kamen zwischendurch Nachrichten, aber die waren unklar bezüglich der Zeit.“ Die Reisenden hätten gerätselt, wann und wie es mit der Reise weitergehen würde.

Flixbus bedauert den Vorfall. „Trotz fortwährender Bemühungen unsererseits zeitnah einen Ersatzbus für die Weiterfahrt zu organisieren und der Bestrebungen des umgehend hinzugerufenen Reparaturservices den Bus zu reparieren, verzögerte sich die Fortführung der Fahrt bis zum frühen Abend“, sagte David Krebs, Sprecher von Flixbus, gegenüber unserer Redaktion.

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Flixbus bietet Erstattung an

Die Fahrgäste hätten sich in der Zeit auf Kosten von Flixbus für bis zu 40 Euro mit Essen und Getränken versorgen können.

Flixbus kündige eine Verspätung oder eine Annullierung einer Fahrt grundsätzlich per SMS, App oder Email an, sofern die entsprechenden Daten hinterlegt sind. Bei mehr als zwei Stunden Verspätung würden Fahrgäste auf alternative Verbindungen umgebucht werden, auf Wunsch können die Fahrgäste auch zum Abfahrtsort gebracht und dann der Fahrpreis erstattet werden, sagte der Sprecher.

Letzte Fahrt nach „Horrortrip“

„So wurden auch in diesem Fall die Fahrgäste mittels der bei der Buchung hinterlegten Kontaktinformationen um 22:50 Uhr darüber informiert, dass sich die Abfahrt um unbekannte Zeit verspätet“, sagt Krebs.

Für Romina Biela steht trotzdem fest: „Nach diesem Horrortripp wird Flixbus nicht nochmal gebucht.“ (vh)