Flüchtlinge geraten mit Wachpersonal aneinander – plötzlich eskaliert die Situation

Unbekannte haben einen Konflikt zwischen Flüchtlingen und dem Wachpersonal einer Anlaufstelle für Geflüchtete in Halberstadt gefilmt.
Unbekannte haben einen Konflikt zwischen Flüchtlingen und dem Wachpersonal einer Anlaufstelle für Geflüchtete in Halberstadt gefilmt.
Foto: dpa und Screenshot Youtube: Refugee camp

Halberstadt. Schwere Vorwürfe gegen Mitarbeiter eines privaten Wachdienstes in einer Zentralen Anlaufstelle für Flüchtlinge (Zast) in Halberstadt in Sachsen-Anhalt.

Sie sollen Flüchtlinge auf dem Außengelände der Flüchtlingsunterkunft in Halberstadt misshandelt haben. Zwei bei Youtube hochgeladene Videos belasten das Security-Personal. Der Fall hat Konsequenzen.

Youtube-Videos zeigen Gewalt an Flüchtlingen in Halberstadt

Die Videoaufnahmen dokumentieren eine Auseinandersetzung zwischen vier Mitarbeitern des Wachpersonals und zwei Flüchtlingen. Einer der Wachleute nimmt Anlaufe und versetzt einem der beiden Flüchtlinge einen Tritt gegen den Kopf.

Ein weiterer Mitarbeiter rennt herbei und trennt die Flüchtlinge, die sich aneinander festhalten. Beide werden zu Boden gerungen.

Hauptsächlich wird einer der beiden Flüchtlinge drangsaliert. Der aggressivste Mitarbeiter versetzt dem Flüchtling zwei Schläge, tritt ihm in den Unterleib. Danach greift er ihm mit der flachen Hand ins Gesicht, drückt ihn so zu Boden und droht ihm mit ausholendem Arm, einen weiteren Schlag zu versetzen.

Erst dann lässt der Sicherheitsmann von seinem Opfer ab. Ein zweites Video zeigt, wie der Geflüchtete abgeführt wird und dabei mehrfach zu Boden geht. Was davor und danach geschieht, ist unklar.

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Wachleute mit sofortiger Wirkung suspendiert

Von wem die Aufnahmen stammen, ist unklar. Hochgeladen wurden die Videos am 14. April diesen Jahres. Das Landesministerium hat nach eigenen Angaben am Freitagvormittag von den Videos erfahren und sofortige Konsequenzen gezogen.

Demnach wurden die beteiligten Wachleute sofort suspendiert. Außerdem werde gegen weitere Mitarbeiter ermittelt, die bei dem Übergriff tatenlos zugesehen haben. „Es gibt Dinge, die gehen überhaupt nicht. Punkt“, sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht.

Innenminister fordert lückenlose Aufklärung

Neben den Ermittlungen zu den Videosequenzen sei laut Stahlknecht außerdem zu prüfen, ob es in der Vergangenheit noch zu ähnlichen Vorfällen im Zast in Halberstadt gekommen sein könnte.

Aktuell leben in der Unterkunft 1.000 Asylsuchende. Rund um die Uhr seien pro Schicht zehn Wachmänner der betroffenen Sicherheitsfirma vor Ort, die bereits seit Dezember 2017 im Zast im Einsatz ist. (mit dpa)