Wetter: Experte spricht unbequeme Wahrheit aus – düstere Prognose

Das Wetter spielte im Sommer 2019 verrückt.
Das Wetter spielte im Sommer 2019 verrückt.
Foto: Imago Images / Arnulf Hettrich

Essen. Hat sich das Wetter in Deutschland langsam beruhigt?

Nach den unfassbar heißen Sommermonaten Juni und Juli hat es sich merklich abgekühlt. Weil die Bäume wegen der enormen Sommerdürre bereits ihre Blätter verlieren, kommt fast schon ein Herbstgefühl auf. Aber ist der Sommer wirklich vorbei? Und ist der August wirklich so kühl? Wie geht es mit dem Wetter in Deutschland weiter?

„Der Sommer ist noch lange nicht vorbei“, sagt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Und weiter: „Das mit dem Herbstwetter ist eine totale subjektive Fehleinschätzung. Die Wahrheit ist, dass wir aktuell sogar einen vergleichsweise warmen August erleben.“

Wetter in Deutschland: August ist sogar wesentlich wärmer als üblich

Der August sei bislang 2,5 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt, so Friedrich. Der Vergleichszeitraum geht von 1961 bis 1990. „Was wir jetzt haben, ist also ein ganz normaler Sommer.“ Nach den heißen Sommermonaten Juni und Juli, in denen die Temperatur selten unter die Marke von 30 Grad fiel, haben wir uns einfach an andere Standards gewöhnt. Was wir aktuell erleben, sind schlichtweg klassische, mitteleuropäische Sommertemperaturen. Und der Sommer geht weiter.

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Denn zur unbequemen Wahrheit gehört auch, dass wir uns im August und September auf Hitzeperioden mit mehr als 30 Grad einstellen müssen.

Wetter: Temperaturen ziehen wieder an - aber nicht im ganzen Land

Und schon am kommenden Wochenende ziehen die Temperaturen wieder an. In Süddeutschland sind am Sonntag sogar Temperaturen im Bereich von 30 Grad möglich. Auch in Teilen von Ostdeutschland, wie etwa in Sachsen, kann es bis zu 27 Grad warm werden.

Im Westen Deutschlands bleibt das Wetter durchwachsen, Regen und Sonne wechseln sich ab. Am Samstag werden Höchsttemperaturen von 25 Grad erreicht, sonst zwischen 20 bis 23 Grad.

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Sommer 2019: Das waren die heißesten Orte

  1. Lingen, Niedersachsen: 42,6 Grad Celsius
  2. Tönisvorst, Nordrhein-Westfalen: 41,2 Grad Celsius
  3. Duisburg, Nordrhein-Westfalen: 41,2 Grad Celsius
  4. Köln-Stammheim, Nordrhein-Westfalen: 41,1 Grad Celsius
  5. Bonn, Nordrhein-Westfalen: 40,9 Grad Celsius
  6. Kleve, Nordrhein-Westfalen: 40,9 Grad Celsius
  7. Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen: 40,7 Grad Celsius
  8. Weilerswist, Nordrhein-Westfalen: 40,6 Grad Celsius
  9. Trier, Rheinland-Pfalz: 40,6 Grad Celsius
  10. Geilenkirchen, Nordrhein-Westfalen: 40,6 Grad Celsius

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Reicht der Regen für die Bäume?

Darauf hat DWD-Meteorologin Maria Hafenrichter eine klare Antwort: „Der Regen reicht nicht.“ Dafür seine Regen und Schauer zu ungleich verteilt. Damit das Wasser tiefer in die Erde sinkt, bräuchte es anhaltenden Landregen. „Der ist allerdings auch im August nicht in Sicht“, so Hafenrichter.

Vielmehr könne die Natur momentan ein bisschen „Luft holen“. Denn für die Pflanzen reichen die aktuellen Niederschlagsmengen aus. Jedoch nicht, um dauerhaft Vorräte anzulegen. Auch der Grundwasserspiegel hat sich bisher nicht merklich von den Dürreperioden erholt. (mb/dpa)