Jan Böhmermann will an die SPD-Spitze – und sofort mit dieser Tradition der Partei brechen

Jan Böhmermann will für den Vorsitz der SPD kandidieren.
Jan Böhmermann will für den Vorsitz der SPD kandidieren.
Foto: Julia Hüttner/ZDF/dpa

Nach dem Rücktritt von Andrea Nahles als Parteichefin ist die SPD auf der Suche nach einem neuen Vorsitz. Kurz vor Ende der Frist hat sich überraschenderweise Jan Böhmermann für den Posten ins Spiel gebracht.

Am Donnerstag kehrte der Satiriker mit seinem „Neo Magazin Royal“ aus der Sommerpause zurück. Und Jan Böhmermann legte seine Pläne zur Kandidatur um den SPD-Vorsitz vor.

Jan Böhmermann will an die SPD-Spitze – und will direkt durchgreifen

„Die SPD eiert seit Jahren orientierungslos durch die Gegend, gefangen in der GroKo“, sagte der Satiriker in seiner ZDF-Show. Am Freitag stellte sich der 38-Jährige bei Facebook, Instagram und Co. einer Bürgersprechstunde.

In einem Live-Video erklärte Jan Böhmermann seine Pläne und ging auf die Fragen der Nutzer ein. Dabei beteuerte er, dass seine Kandidatur kein Witz sei. Er habe bereits die Unterstützung von vier Unterbezirken gesammelt. Nur noch einer stehe aus, dann wäre der Weg für eine Mitgliedschaft und anschließende Kandidatur frei.

Sollte es soweit kommen, wolle er sofort mit einer alten Tradition der Partei brechen: „Wenn ich Vorsitzender der SPD bin, wird die Redewendung 'Genossinnen und Genossen' abgeschafft. Dann wird ab sofort nur noch von Genossinnen gesprochen.“ Sein Ziel: die Abschaffung des Patriarchats in der SPD im großen Stil.

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Böhmermann als Parteivorsitzender: „Viel kaputtzumachen ist ja nicht“

Ob Böhmermann sich im Neo-Magazin weiter über die SPD lustig machen werde, wollte dann ein User wissen. Klar werde er das. Für ihn sei klar: Die SPD habe bei seiner Kandidatur nichts zu verlieren. „Viel kaputtzumachen gibt’s ja nicht.“

Bei der CDU sei das anders. Die müsse erst noch zerstört werden. Die SPD sei jedoch bereit für einen Neuanfang. Allerdings betonte er auch, dass er keinerlei Ahnung von den parteiinternen Vorgängen hätte. Da sei er inhaltlich auf sehr viel Hilfe angewiesen.

„Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife“

In der ZDF-Show am Donnerstag hatte er erklärt, wie er auf die Idee zur SPD-Kandidatur gekommen sei. Im Traum sei ihm Ex-Bundeskanzler Willy Brandt erschienen und habe ihm eine Kandidatur nahe gelegt und gesagt: „Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife.“

Und dann erklärt Jan Böhmermann klipp und klar: „Ich, Jan Böhmermann, möchte Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands werden.“

Jan Böhmermann erstellt eigene Seite für Kampagne

Für seine Kampagne hat er sogar eine eigene Internetseite erstellt, die ebenfalls den Namen neustart19 trägt. Dort schreibt er: „Nein, das ist kein Witz. Ich bewerbe mich hiermit offiziell und öffentlich um das Amt des Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.“ Satire ist allerdings ein fester Bestandteil der Sendung „Neo Magazin Royal“.

Sich selbst sieht er als qualifiziert an: Keine unsaubere Doktorarbeit, seine Digital-Kompetenz und noch viele Punkte mehr sprechen dafür. „Ich bin bereit, die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft.“ (cs/ak)