AfD räumt in Brandenburg ab – ausgerechnet bei diesem Verein bedankt sich der Parteichef zuerst

Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz und AfD-Co-Chef Alexander Gauland.
Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz und AfD-Co-Chef Alexander Gauland.
Foto: dpa

Wenn es nach AfD-Co-Chef Alexander Gauland geht, ist Andreas Kalbitz alles andere als ein Rechtsextremer.

So jedenfalls hat Gauland das am Sonntag nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg bei Anne Will gesagt.

AfD-Danksagungen nach Wahl in Sachsen und Brandenburg

Vielleicht wollte Andreas Kalbitz den Gegenbeweis antreten. Kalbitz ist Landeschef der AfD in Brandenburg. Er hat enge Kontakte zu bekannten Neonazis. Erst vor wenigen Tagen ist bekannt geworden, dass Kalbitz zusammen mit 13 Neonazis bei einem rechtsextremem Aufmarsch in Athen war. Die Reisegruppe hatte dort laut einem Bericht des „Spiegel“ für einen Polizeieinsatz gesorgt, nachdem sie eine Hakenkreuzflagge gehisst hat.

Jetzt hat Andreas Kalbitz noch ein Zeichen gesetzt. Nach der Landtagswahl in Brandenburg, aus der die AfD als zweitstärkste Kraft in dem Bundesland hervorgegangen ist, hat er ein kurzes Video aufgenommen. Eine schnelle Danksagung an alle Unterstützer.

„Ich bedanke mich bei allen, die dieses Wahlergebnis möglich gemacht haben“, sagt Kalbitz. „Bei allen Mitstreitern und ihren Angehörigen, die viel zu erdulden hatten. Und Ein Prozent. Zusammen sind wir stark.“

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Rechtsradikaler Verein

Moment mal: „Ein Prozent“? Ja: Das neurechte Netzwerk „Ein Prozent" hat das Video bei Twitter auch sogleich geteilt. „EXKLUSIV: Andreas Kalbitz, Fraktionsversitzender der AfD in Brandenburg, mit einem Video-Statement für euch und uns“, heißt es im Tweet-Text dazu.

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„Ein Prozent“ gilt als rechtsradikaler und zum Teil offen fremdenfeindlicher Verein, der inhaltlich der Identitären Bewegung nahesteht. Der Rechtsradikale Philip Stein ist einer der Köpfe hinter „Ein Prozent“.

Der Verein hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, als es in Zusammenhang mit einem Facebook-Post von „Ein Prozent“ zu Morddrohungen durch Rechtsextreme gegen den Sohn des SPD-Politikers Ralf Stegner gekommen war.

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AfD-Mann „Andreas Kalbitz legt seine Karten offen“

Dass sich AfD-Mann Andreas Kalbitz jetzt für die Unterstützung dieses Vereins bedankt, gibt sehr zu denken - und wird bei Twitter heftig diskutiert. „Kalbitz legt seine Karten offen. So sieht es aus, wenn Horror in Prozenten daherkommt“, kommentiert ein Nutzer.